Bluthochdruck (Hypertonie)

Der Blutdruck

Unter "Blutdruck" versteht man den in den Gefäßen des Körperkreislaufs herrschenden Druck. Dieser (Über-) Druck kommt durch die Pumpleistung des Herzens zustande. Das Blut fließt nämlich nicht in einem stetigen Strom, sondern pulsierend durch das Kreislaufsystem.

Die durch die Pumpbewegung des Herzens erzeugten Wellen sind für den Druck in den Blutgefäßen verantwortlich und als Pulsschlag tastbar. Die aktuelle Höhe des Blutdrucks ist dabei von vielen Faktoren abhängig, wie z.B. vom Durchmesser der Gefäße, der Pumpkraft des Herzens und von der Funktion der Herzklappen.

Der Blutdruck ist innerhalb eines Tages deutlichen Schwankungen unterworfen. Er ist wie die Herzfrequenz von der aktuellen Belastungssituation des Körpers abhängig und steigt bei körperlichen oder seelischen Belastungen an. Daher sind wechselnde Blutdruckwerte am Tage normal und nicht als krankhaft anzusehen. Um Vergleichswerte zu bekommen wird daher der Blutdruck in Ruhe gemessen. Die übliche Maßeinheit in Deutschland sind dabei die "Millimeter der Quecksilbersäule" (=mmHg).

Blutdruckwerte

Wenn bei mehreren Blutdruckmessungen in Ruhe und an verschiedenen Tagen der obere (systolische) Wert 140 mmHg oder mehr und der untere (diastolische) Wert 90 mmHg oder mehr beträgt, bezeichnet man dies als erhöhten Blutdruck. Werte zwischen 140/90 und 149/94 nennt man oft "grenzwertig", aber nach den neuesten Erkenntnissen besteht auch hier schon ein erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen.

Kinder haben normalerweise niedrigere Blutdruckwerte als Erwachsene. Bis zum Alter von 14 Jahren sind die Grenzwerte im wesentlichen von der Körpergröße abhängig. Bei einem 80 cm großen Kind beispielsweise liegt der Grenzwert bei 115/70 mmHg. Ab dem 14. Lebensjahr gelten die gleichen Werte wie bei einem Erwachsenen.

Ursachen

Man unterscheidet zwei Formen des Bluthochdrucks, nämlich die "primäre" oder "essenzielle Hypertonie" und die "sekundäre Hypertonie".

Etwa 95 % aller Hypertonien sind primäre Hypertonien. Bei dieser Form lässt sich keine organische Erkrankung nachweisen, die für den Bluthochdruck verantwortlich wäre. Die genaue Ursache ist also unbekannt. Trotzdem sind heute so genannte Risikofaktoren bekannt, die eng mit der Entwicklung eines Bluthochdrucks verknüpft sind. Dabei unterscheidet man in beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren:

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Genetische Veranlagung
  • Alter
  • Geschlecht

Beeinflussbare Risikofaktoren:

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Erhöhter Fett- und Kochsalzkonsum
  • Erhöhter Alkoholkonsum

Bei der sekundären Hypertonie dagegen ist eine Grunderkrankung vorhanden, die als Folge zu einem Bluthochdruck führt. Derartige Grunderkrankungen sind z.B.:

  • Nierenerkrankungen
  • Hormonelle Störungen (v.a. Nebennieren, Schilddrüse)
  • Zuckerkrankheit
  • Erkrankungen des Herzens und der Aorta
  • Arterienverkalkung (Arteriosklerose)
  • Andere Erkrankungen z.B. des Blutes, des Zentralnervensystems usw.,
  • Langzeiteinnahme verschiedener Medikamente wie Cortison, "Pille" usw.

Symptome und Folgeerkrankungen

Den Bluthochdruck nennt man oft auch "den stillen Killer", weil Symptome und Warnsignale häufig fehlen. Dies ist sehr gefährlich, weil der Bluthochdruck ernste, ja lebensbedrohliche Folgeerkrankungen verursachen kann.

In manchen Fällen sind allerdings Nervosität, Kopfschmerzen oder Schwindel erste Anzeichen eines Bluthochdrucks. Deshalb sollten insbesondere Menschen mit den oben genannten Risikofaktoren regelmäßig ihren Blutdruck messen lassen.

Folgeerkrankungen

Ein erhöhter Blutdruck tut nicht weh. Wenn aber der Bluthochdruck lange Zeit unbehandelt bestehen bleibt, führt er zu schweren und sehr ernsten Folgeerkrankungen wie Arterienverkalkung, Nierenschwäche, Herzmuskelschwäche, Herzinfarkt, Erblindung oder Schlaganfall. Diese Folgeerkrankungen sind der Grund, warum ein Bluthochdruck von Anfang an konsequent behandelt werden muss.

Diagnose

Wenn der Arzt einen Bluthochdruck vermutet, wird er zunächst mehrere Blutdruckmessungen an verschiedenen Tagen durchführen, manchmal aber auch über einen ganzen Tag hinweg (Langzeit-Messung). Bei der Überprüfung des Blutdrucks bittet der Arzt den Patienten oft, den Blutdruck von Bekannten und Verwandten messen zu lassen, um einen erhöhten Blutdruck ausschließen, der durch Aufregung in der Arztpraxis verursacht wird.

Bestätigt sich der Verdacht, wird der Arzt zwischen einem primären und sekundären Bluthochdruck unterscheiden wollen, da die Behandlung der beiden Bluthochdruckformen unterschiedlich ist. Hier sind dann weitere Untersuchungen wie z.B. die Bestimmung verschiedener Laborwerte, eine Ultraschalluntersuchung des Bauches und ein Belastungs-EKG notwendig. Eventuell wird der Arzt auch noch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und der Gefäße (Echokardiographie, Doppler-Sonographie) oder auch eine Röntgenuntersuchung von Gefäßen (Angiographie) durchführen, um bestimmte Erkrankungen auszuschließen, die zum erhöhten Blutdruck führen.

Lässt sich eine solche Erkrankung feststellen, dann muss sie vorrangig behandelt werden. Kann sie ausgeschlossen werden, wird der Arzt dem Patienten konkrete Ratschläge bezüglich der Lebensführung (Ernährung, Bewegung etc.) geben und eventuell blutdrucksenkende Medikamente verschreiben.

Lesen Sie auch:

  • Die Therapie von Bluthochdruck
    Hier erfahren Sie alles zur Therapie und Vorbeugung von Bluthochdruck.

Weiterführende Links:

  • Selbsthilfe bei Bluthochdruck
  • Cardiologe.de
    Cardiologe.de ist aus der Arbeit des niedergelassenen Kardiologen Dr. Jürgen Hüting entstanden und wird mittlerweile in Kooperation mehrerer Kardiologen wissenschaftlich begleitet.

Schwer Verlag GmbH, Medizin und Naturwissenschaften Aktualisierung: 12.03.2003