Körperfett - wie viel ist wünschenswert?

Wie wird Körperfett gemessen?

Für den Hausgebrauch eignen sich zur Messung des Körperfettanteils im Handel erhältliche Körperfettwaagen. Diese bestimmen den Fettanteil des Körpers, indem sie einen geringen Strom durch den Körper leiten. Dieses Verfahren wird als Bio-Impedanz-Analyse bezeichnet.

Mit Hilfe des elektrischen Widerstandes, der dabei gemessen wird, wird anschließend der Körperfettanteil berechnet, da Fett den Strom schlechter leitet als Muskeln. Fett setzt also dem geringen Strom einen höheren Widerstand entgegen.

Eine andere Methode ist der sogenannte Caliper. Dieser Messschieber sieht aus wie ein Zirkel mit Kalibrierung, mit der die Dicke einer Hautfalte gemessen werden kann. Je dicker die Hautfalte ist, desto höher ist der Körperfettanteil.

Damit die Ergebnisse möglichst genau ausfallen, sollte die Verwendung des Calipers immer von der gleichen Person ausgeführt werden. Außerdem ist es empfehlenswert, jede Hautfalte dreimal zu messen und dann den Mittelwert zu bilden.

Ein Caliper bietet einige Vorteile im Gegensatz zu der Verwendung einer Körperfettwaage. So führt zum Beispiel der vorhergehende Genuss von Kaffee oder Alkohol zu keiner Verzerrung der Dicke, aber zur Verzerrung des elektrischen Widerstandes.

Auch der Zeitpunkt der Messung, so etwa vor oder nach einem Sportgeschehen, spielt beim Caliper keine Rolle. Wichtig ist aber, die Haut an mindestens drei Stellen zu messen. Dabei bieten sich die folgenden Stellen am Körper an.

Fett ist nicht gleich Fett

Bei dem Mann ist dies die Brust: dazu wird eine Falte in der Mitte zwischen Brust und Achselhöhle gebildet. Am Bauch eine Falte zwei bis drei Zentimeter neben dem Bauchnabel und am Oberschenkel eine Falte auf der Vorderseite in Längsrichtung.

Bei der Frau bietet sich an der Rückseite des Oberarms eine Falte in Längsrichtung an und eine senkrechte Falte zwei bis drei Zentimeter neben dem Bauchnabel. Und noch auf der Hüfte eine Falte in einem Winkel von etwa 30 Grad.

Diese Bestimmungen bieten jedoch keine Informationen über das Verhältnis der zwei verschiedenen Fettarten im Körper, denn hier gibt es entscheidende Unterschiede. Strukturfett spielt eine wichtige Rolle, da es unter anderem Organe und Gelenke vor Stoß und Druck schützt.

Depotfette lagern sich in der Unterhaut ein, vor allem am Bauch, an den Oberschenkeln und am Gesäß. In Hungerzeiten können diese Fettreserven als Energiespeicher angezapft werden und ermöglichen ein Überleben von bis zu 40 Tagen.

Zudem dienen sie der Bildung von Wärme. Sie sorgen für Aufrechterhaltung der Körpertemperatur beziehungsweise verhindern ein Unterkühlen. Jedoch gibt es eine Unterart des Depotfettes in Höhe des Bauchraums. Dieses als viszerales Fettgewebe bezeichnete Fett produziert mehr als 600 verschiedene Hormone und Botenstoffe, die einen Einfluss auf Stoffwechselvorgänge ausüben.

Wo kommt das Fett her?

Fettspeicher werden im Körper aufgebaut, sobald es der Energiebedarf zulässt. Überschüssige Nahrungsenergie, die nicht für die unmittelbare Bereitstellung benötigt wird, dient dem Aufbau der Fettdepots.

Nahrungsfett wird nach der Verdauung und Absorption im Darm als Fettkügelchen, sogenannten Lipoproteinen, über die Lymph- und Blutbahn zu den Zellen geliefert. Dabei werden auch Fettsäuren aus den Lipoproteinen abgespalten und in die Fettzellen transportiert.

Kohlenhydrate aus der Nahrung werden sofort zur Bereitstellung von Energie benötigt und als Reserve in Muskulatur und Leber gespeichert. Darüber hinaus zu viel zugeführte Kohlenhydrate werden zwar ebenfalls abgebaut, deren Abbauprodukte dienen aber zum Aufbau von Depotfett.

Proteinreiche Kost kann den Abbau von Körperfett zwar fördern, es ist jedoch möglich, dass auch Nahrungsprotein über Abbauprodukte zur Fettspeicherung benutzt werden kann. Demnach muss auch eine überhöhte Proteinzufuhr als Auslöser der Fettbildung berücksichtigt werden.

Selbst Alkohol muss als ein Faktor zur Fettbildung besonders beachtet werden, denn beim Abbau des Alkohols entstehen Stoffwechselprodukte, die optimal für die Fettbildung geeignet sind. Da Alkohol leichter verwertet wird als Fett und Protein, wird die alkoholabhängige Fettbildung sogar bevorzugt.

Die durch die Ernährung gebildeten Speicherfette können jedoch schädlich für die Gesundheit sein - vor allem in den Gefäßen. Sie erhöhen die Gefahr einer Herz-Kreislauferkrankung, so zum Beispiel Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Dieser Anteil ist normal

Generell sollte der Körperfettanteil weder zu hoch noch zu niedrig sein. Denn auch ein zu niedriger Fettanteil kann gesundheitsschädlich sein. Denn liegt der Körperfettanteil so niedrig, dass die Reserven des Strukturfetts zur Energiegewinnung angegriffen werden müssen, kann der Körper nicht mehr richtig funktionieren.

Den Körperfettanteil einfach zu bestimmen, ist ohne ein Messgerät nur sehr schwer möglich. Die Methode mit dem Caliper gibt lediglich eine Zunahme oder Abnahme des Fettgehalts in der Hautfalte wieder. Aber es ist immerhin schon ein Anhaltspunkt.

Mit der Fettwaage ist die Bestimmung des Fettanteils aber schon eher möglich. Bei ihr müssen Geschlecht, Größe und Alter eingegeben werden. Das Körpergewicht bestimmt die Waage. Alle diese Daten werden von der Waage berücksichtig.

Angezeigt wird dann der sogenannte Body-Mass-Index (BMI). Dieser Wert gibt an, ob der Betroffene unter- oder übergewichtig ist und wie hoch in etwa der Fettanteil ist. Generell ist der Körperfettanteil bei Frauen höher als bei Männern.

Allgemein gilt: Ein gesunder Körperfettanteil liegt bei normalgewichtigen Frauen etwa zwischen 20 und 30 Prozent, bei normalgewichtigen Männern zwischen zehn und 20 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt der Körperfettanteil, da die Muskelmasse abnimmt.

Dadurch nimmt der Fettanteil im Verhältnis zum Körpergewicht zu. Da mit den Muskeln auch wichtige Energieverbraucher schwinden, sinkt der Grundumsatz älterer Menschen. Da sie aber genauso leben und essen wie zuvor, wachsen die Fettdepots.