Koronare Herzkrankheit und Angina pectoris

Was ist Angina pectoris?

Angina pectoris ist das Leitsymptom der koronaren Herzkrankheit (KHK). Der koronaren Herzkrankheit wiederum liegt in den allermeisten Fällen eine Koronarsklerose zugrunde, d.h. die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) eines Herzkranzgefäßes.

Die Arteriosklerose eines Herzkranzgefäßes bewirkt die krankhafte Verengung dieses Gefäßes, und diese Verengung verhindert, dass das Herz bei körperlicher Anstrengung, bei Stress oder nach schweren Mahlzeiten angemessen mit Blut versorgt wird. Wenn nun der Herzmuskel von weniger Blut durchströmt wird als er benötigt, kommt es zum Zustand der Angina pectoris:

  • Brustenge
  • das plötzlich einsetzende, starke Gefühl des Eingeschnürtseins Atemnot
  • durchdringender Brustschmerz, der eventuell in das linke Hals-/Schulter-/Arm-/Hand-Gebiet ausstrahlt.

Dabei ist der Schmerz das direkte Zeichen der Sauerstoffmangelversorgung der Herzmuskulatur. Seiner Natur nach ist der Angina-pectoris-Anfall nicht selten Vorbote eines Herzinfarkts und deshalb überaus ernst zu nehmen.

Häufigkeit

In den westlichen Industrieländern ist die KHK sehr häufig anzutreffen. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) nennt für Männer mittleren Alters eine Erkrankungshäufigkeit von 20 % und eine Neuerkrankungsrate von 1 % pro Jahr.

In Deutschland ist die KHK mit ihren Folgen die häufigste Todesursache. Man rechnet jährlich mit ca. 300.000 Herzinfarkten und ca. 100.000 Fällen von plötzlichem Herztod als Folgekomplikation der KHK.

Ursachen und Risikofaktoren

In den meisten Fällen liegt der koronaren Herzkrankheit (KHK) eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) eines oder mehrerer Herzkranzgefäße zugrunde.

Die Arteriosklerose ihrerseits wird von einer Reihe von Faktoren begünstigt, die somit indirekt zu Mitauslösern der KHK werden. Die in der folgenden Aufzählung genannten Risikofaktoren, Primärerkrankungen und Verhaltensweisen sind also Ursachen der Arteriosklerose und somit gleichzeitig Risikofaktoren für die KHK.

Risikofaktoren der KHK

  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Erbliche Veranlagung
  • Störungen der Blutgerinnung
  • Männliches Geschlecht
  • Höheres Alter
  • Erhöhter Cholesterinspiegel

Mit einer Ausnahme sind diese Risikofaktoren dieselben, die auch für die Arteriosklerose aller anderen Arterien im Kreislauf gelten. Bei der KHK kommt allerdings der genannte Risikofaktor einer gestörten Blutgerinnung hinzu. Bestimmte Störungen der Blutgerinnung bzw. der Blutgerinnungsfaktoren erhöhen das Risiko , dass sich in einem verkalkten Gefäß Blutgerinnsel bilden; dies kann dann zum Herzinfarkt führen.

Krankheitszeichen (Symptome)

Wenn die KHK zur Koronar- bzw. Myokard-Ischämie führt - also zur mangelnden Blut- und damit Sauerstoffversorgung des Herzmuskels - dann kommt es zu dem typischen Leitsymptom "Angina pectoris".

Der typische Brustschmerz sitzt oft mittig hinter dem Brustbein. Der Schmerz bleibt entweder auf den Brustkorb beschränkt, oder strahlt in die linke Schulter, den linken Arm und eventuell bis in die Hand und in die Finger aus.

Teilweise zieht der Schmerz auch bis in den Hals, in die Kieferwinkel, Wangen und Zähne, selten auch bis in den Magen.

Der Schmerz wird von den Patienten teils als dumpfes Druckgefühl, teils als Brennen hinter dem Brustbein beschrieben, außerdem als zusammenschnürend, bedrückend und bohrend. Meist auf der linken Seite kommt es manchmal zu einem Schwere- oder Taubheitsgefühl oder auch zu Gefühllosigkeit im Arm, in der Schulter, im Ellenbogen oder in der Hand. Es kann plötzliche Atemnot einsetzen, teils mit Erstickungsangst. Das Gefühl der Beengung führt nicht selten zu Angstzuständen bis hin zur Todesangst.

Die Schmerzen können zwischen 5 und 30 Minuten andauern, im Durchschnitt halten sie jedoch nur wenige Minuten an.

Auslöser der Angina pectoris sind fast immer Situationen, die den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels erhöhen, wie z.B.:

  • Körperliche Belastung
  • Schwere Mahlzeiten
  • Kälte
  • Stress, psychische Belastung, Aufregung

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