Grippe und Grippeimpfung

Immer wieder anders: Grippeviren

Immer wieder aufs Neue bedrohen Grippe-Epidemien die Menschen. So raffte die "Spanische Grippe" als erste große Epidemie des 20. Jahrhunderts im Winter 1918/19 rund 20 Millionen Menschen dahin. Allein in Deutschland starben 225.000 Menschen.

Seitdem gab es rund alle zwanzig bis dreißig Jahre eine ähnlich aggressive Grippe-Epidemie. 1968/69 war es die Hongkong-Grippe, die weltweit auftrat. Bedrohlich ist die Fähigkeit dieser so genannten Influenza-Viren, ihre Gestalt zu wandeln. Deshalb ist der Mensch auch immer nur in der Lage, auf ein neues Virus zu reagieren, es zu analysieren und dann einen entsprechenden Impfstoff zu entwickeln.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat zu diesem Zweck rund um den Globus mehr als 100 "Grippespione" verteilt. Diese schlagen Alarm, wenn ein neues Virus auftaucht. Die Experten züchten Grippeviren aus Schleimproben von Kranken und erfahren so von neuen Unterarten des Influenza-Virus.

Der große Unterschied

"Grippe" heißt im Volksmund häufig die ganz normale Erkältung mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber. Dabei handelt es sich jedoch um einen grippalen Infekt.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist, dass es bei einer Grippe schnell nach einer Infektion zu hohem Fieber bis zu 40 Grad und mehr kommt.

Man fühlt sich schlagartig unwohl, leidet unter Kopfschmerzen, Schmerzen im Nacken und in den Schultern, die sich über den gesamten Körper ausbreiten. Zudem fühlt man sich schlapp, wird lichtscheu. Später kommen oft noch trockener Husten oder Heiserkeit hinzu.

Hauptsaison: Winter und Frühjahr

Grippe-Viren haben im Winter und Frühjahr Hauptsaison. Das liegt nicht unbedingt direkt am kalten, feuchten Wetter, sondern vor allem daran, dass sich die Menschen im Winter eher zusammendrängen. So z.B. in vollen S- oder U-Bahnen, in Kaffees oder Restaurants oder im Theater.

Die Grippe-Viren nutzen die Chance, sich von Mensch zu Mensch zu verbreiten. Noch rund eine Woche nach der Ansteckung kann jeder Betroffene seine Mitmenschen anstecken.

So kann man sich schützen:

  • Vermeiden Sie in der Erkältungszeit das Händeschütteln.
  • Waschen Sie sich häufiger als sonst die Hände.
  • Reiben oder kratzen Sie sich nicht mit der Hand unter der Nase.
  • Trinken Sie immer aus Ihrem eigenen Glas.
  • Verwenden Sie immer ein eigenes Handtuch.
  • Versuchen Sie, große Menschenansammlungen möglichst zu meiden.

Impfung tut Not!

Grippeschutzimpfungen sind besonders für die folgenden Risikogruppen wichtig: alte Menschen, Kinder, chronisch Kranke und alle, die aus beruflichen Gründen mit vielen Menschen in Kontakt kommen.

Doch auch für alle anderen gilt, dass sie sich möglichst impfen lassen sollten. Abzuraten von einer Impfung ist nur Menschen mit einer Hühnereiweiß-Allergie. Die Impfstoffe enthalten entsprechende Proteine.

Die Impfungen werden von den Krankenkassen bezahlt. Ein wirksamer Schutz besteht etwa 14 Tage nach der Injektion und ist dann für mehrere Monate gegeben.

Die Forschungen der WHO machen es auch möglich, die Impfstoffe neu zu formieren und auf den wahrscheinlichsten Virus des Jahres zu programmieren. Allerdings ist dies nicht immer möglich, da die Viren, wie schon gesagt, sehr wandlungsfähig sind.

Und wichtig ist auch, dass die Impfung wirklich nur vor einer echten Grippe schützen kann. Den lästigen Erkältungen, die durch Erkältungsviren oder Bakterien ausgelöst werden, geht die Impfung nicht an den Kragen.

Behandlung und Vorbeugung

Grippe ist eine gefährliche Erkrankung. Sie schwächt den Körper derart, dass andere Erreger leichtes Spiel haben. Das sind vor allem Bakterien, die z.B. eine bedrohliche Lungenentzündung auslösen können.

Der Arzt kann die Virusgrippe heutzutage mit Medikamenten bekämpfen. Diese müssen allerdings frühzeitig eingenommen werden, damit sie wirken. Daher sollte man bei den ersten Anzeichen einer echten Grippe sofort zum Arzt gehen.

Zur Vorbeugung ist neben den eingangs beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen die Impfung das Mittel der Wahl. Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Arzt danach. Die Impfsaison beginnt im September.

Ein fittes Immunsystem kann den Erregern zusätzlich Paroli bieten. Dafür bieten sich verschiedene natürliche Wirkstoffe an, z.B. der Rote Sonnenhut (Echinacea), Propolis oder das Spurenelement Zink. Außerdem sollten Sie insbesondere in der Grippezeit alles meiden, was das Immunsystem beeinträchtigen kann: Alkohol, Nikotin oder auch übermäßigen Stress.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob eine immunstärkende Kur vor Beginn der Grippesaison für Sie in Frage kommt.