Vorsicht: Zeckengefahr

Angelockt durch Körperdüfte

Zecken gehören zu den Spinnentieren und leben auf Wiesen, in Mischwäldern, Parkanlagen und auf Sträuchern. Besonders aktiv sind Zecken am Vormittag, am frühen Abend und nachts.

Normalerweise sitzen die Blutsauger regungslos an der Spitze von Gräsern oder anderen Pflanzen, maximal in ein bis anderthalb Meter Höhe. Entgegen landläufiger Meinung lassen sie sich aber nicht wie reifes Obst fallen, sondern müssen abgestreift werden.

Geleitet wird die Zecke durch die Buttersäure, einen Bestandteil des menschlichen Schweißes. Aber auch Körpertemperatur oder Bewegung können ausreichen, um die Zecke zum Angriff zu bewegen.

Die Zecken suchen sich zum Biss meist einen Platz

  • in der Kopfhaut,
  • im Achsel- und Nabelbereich,
  • an den Ohren,
  • den Händen,
  • den Füßen oder
  • in den Beugen.

Mit ihren kräftigen Unterkiefern können sie die Haut durchdringen, um dann mit dem Saugrohr Blut zu tanken.

Zecken, die noch kein Blut gesaugt haben, sind nur rund 2,5 mm groß. Vollgesogen können sie dann die Größe einer Erbse erreichen.

Die am weitesten verbreitete Zeckenart in Europa ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), der vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, im Harz, in Österreich und Slowenien vorkommt.

Gefährliche Übertragung

Zecken können über ihren Speichel FSME-Viren übertragen, die Hirnhautentzündungen auslösen, die so genannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME).

Aus Darm und Lymphgefäßen der Zecke können zudem Borrelien in die menschliche Blutbahn eingeschleust werden. Diese so genannten Schraubenbakterien rufen die Lyme-Borreliose hervor, bei der es zu chronischen Gelenkentzündungen oder Hautveränderungen kommen kann.

Doch nicht jeder, der von einer Zecke gebissen wird, wird auch zwangsläufig infiziert, genauso wenig wie jeder Infizierte auch krank werden muss. Die Inkubationszeit kann sich über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis mehreren Wochen erstrecken (drei bis 28 Tage).

Doch die ersten Krankheitsanzeichen machen sich zumeist schnell bemerkbar. Der FSME-Infizierte hat Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Schon nach wenigen Tagen klingen die grippeähnlichen Symptome wieder ab - für rund 90 Prozent der Betroffenen ist die Krankheit damit überstanden.

FSME

Der Name FSME rührt daher, dass die Krankheit bevorzugt im Frühjahr und Sommer auftritt. Bei rund zehn Prozent der Betroffenen kommt es nach der Überwindung der schon beschriebenen grippeähnlichen Symptome zu einem ernsten Rückfall.

Nach einer kurzen, beschwerdefreien Phase, die bis zu einer Woche andauern kann, tritt wieder hohes Fieber auf. Dazu können erneut Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Lähmungen oder Rückenschmerzen auftreten.

Das hängt damit zusammen, welche Teile des zentralen Nervensystems von den Viren betroffen sind. Sind es beispielsweise die Hirnhäute, spricht man von einer Meningitis (Hirnhautentzündung).

Nur eine Impfung bietet zuverlässigen Schutz vor FSME!

Wer in den Risikogebieten lebt oder dort Urlaub macht, sollte eine solche Impfung durchführen lassen. Sie bietet zu 98 Prozent Schutz und sollte alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Zu den Risikogebieten in Deutschland zählen beliebte Reisegebiete wie der Bayrische Wald, Niederbayern entlang der Donau, der Schwarzwald, Gebiete entlang des Oberrheins bis zum westliche Bodensee sowie der Odenwald.

Grundimmunisierung: Schutz für 3 Jahre

Die aktive Impfung besteht aus drei Injektionen:

                                                                                                                                                                                      

1. Impfung Zeitpunkt 0
2. Impfung 1 - 3 Monate nach der 1. Impfung
3. Impfung 9 - 12 Monat nach der 2. Impfung
Auffrischimpfung 3 Jahre nach der 3. Impfung

Der Impfschutz beginnt ungefähr 14 Tage nach der zweiten Impfung und hält drei Jahre an. Nach drei Jahren muss also eine Auffrischimpfung erfolgen.

Schnellschema für Eilige: Schutz für 12 Monate

Für Eilige gibt es ein beschleunigtes Impfschema:

                                                                                                                                                                                      

1. Impfung Zeitpunkt 0
2. Impfung 7 Tage nach der 1. Impfung
3. Impfung 21 Tage nach der 2. Impfung
Auffrischimpfung 12 - 18 Monate nach der 3. Impfung

Der Impfschutz beginnt ebenfalls ungefähr 14 Tage nach der zweiten Impfung, hält allerdings nur 12 Monate an. Die Auffrischung sollte also bereits nach 12 bis 18 Monaten erfolgen.

Die Lyme-Borreliose

Weit häufiger als FSME ist die Borreliose als Folge von Zeckenbissen. Diese bakterielle Infektion wird auch als Wanderröte (medizinisch: Erythema migrans) bezeichnet.

Im ersten Stadium vergrößert sich ein auffälliger Fleck um die Stichstelle allmählich. Die Mitte verblasst langsam wieder, ein roter Ring wandert vom Zentrum weg. Auch Knötchen an der Stichstelle oder eine Schwellung des Ohrläppchens können Warnzeichen sein.

Wenn Sie diese Symptome bemerken, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen und diesen auf die Möglichkeit einer Borreliose-Infektion aufmerksam machen. Mit Hilfe von Antibiotika (z.B. Doxycyclin) können die Beschwerden rasch gelindert werden.

Manchmal wird die Borreliose jedoch erst im zweiten Stadium bemerkt. Einige Wochen nach dem Zeckenbiss, wenn man gar nicht mehr daran denkt, treten Fieber, Mattigkeit, Lichtscheu, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Auch hier können Antibiotika noch wirken.

Erst wenn die Infektion jetzt nicht erkannt wird, kann es Jahre später zu Spätsymptomen kommen: Gehirn-, Nerven-, Gelenk- und Herzentzündungen sowie Lähmungen sind möglich.

Eine Impfung gegen Borreliose ist noch nicht möglich, wird aber in den nächsten Jahren erwartet.

Zeckenbissen vorbeugen

Um Zeckenbisse zu vermeiden, können einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, die jedoch keinen 100prozentigen Schutz bieten.

Hier einige Tipps:

  • Grundsätzlich in Wald und Wiesen Kleidung tragen, die den Körper ganz bedeckt.
  • Insektenabweisende Mittel können zusätzlich schützen.
  • Strauchwerk und Unterholz meiden und in der Mitte von Wanderwegen aufhalten.

Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man seinen Körper sorgfältig nach Zecken absuchen. Hat sich eines der kleinen Tierchen in der Haut festgesetzt, muss es möglichst umgehend entfernt werden. Hierfür eignet sich am besten eine spezielle Zeckenpinzette, die es in der Apotheke gibt.

Mit der Pinzette wird die Zecke so nah wie möglich an der Hautoberfläche gegriffen und langsam herausgezogen. Quetschen sollte dabei möglichst vermieden werden, da hierdurch vermehrt Viren in den Körper gedrückt werden.

Keinesfalls sollte man Öl oder Klebstoff anwenden!

Nachdem der Parasit entfernt wurde, muss die betroffene Stelle sorgfältig desinfiziert werden - z.B. mit Jod. Die Stichstelle nun mehrere Tage beobachten, um bei Veränderungen rechtzeitig einen Arzt aufsuchen zu können.