Heilkräuter für Magen und Darm

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Ähnlich vielfältig wie die Beschwerden, die Magen- und Darmtrakt befallen können, sind auch die Heilpflanzen und Hausmittel, die dagegen empfohlen werden: Kamille, Fenchel, Kümmel, Oregano, Blutwurz, Pfefferminze, Schafgarbe oder das Tausendgüldenkraut. Je nach Symptomatik bieten sich auch verschiedene Mischungen zur Linderung an.

Die klassische Heilpflanze für den Magen ist sicherlich die Kamille. Ein Aufguss aus den Blüten wirkt entkrampfend und beruhigend auf Magen und Nerven. Zudem reguliert der Korbblütler die Produktion von Magensäure, ist entzündungshemmend und beugt Magengeschwüren vor. Für den Tee zwei Teelöffel Kamillenblüten mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen und die Blüten anschließend abseihen. Bis zu drei Tassen täglich davon trinken.

Fenchel und Kümmel kommen genau wie Anis und Melisse vor allem bei unangenehmen Blähungen zum Einsatz. Anis ist beispielsweise krampflösend und verdauungsfördernd, sein Hauptwirkstoff Anethol steckt vor allem in den Früchten. Für einen Aufguss einen halben Teelöffel Anisfrüchte zerstoßen und mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Bis zu drei Tassen täglich.

Vom Fenchel werden ebenfalls die Früchte verwendet. In ihm stecken die Wirkstoffe Fenchon und Anethol, er lindert Blähungen und Krämpfe, fördert die Verdauung, regt den Appetit an und hemmt Entzündungen. Für eine Tasse Tee benötigt man einen Esslöffel zerstoßene Fenchelsamen. Der Tee kann nach Belieben mit etwas Honig gesüßt werden. Bis zu drei Tassen täglich trinken.

Der Hauptinhaltsstoff Carvon macht Kümmel zu einem guten Mittel für Magen und Darm. Vor allem bei Blähungen kann er schnelle Linderung verschaffen, denn er löst Krämpfe und fördert die Verdauung. Auch hier kommt ein Tee zum Einsatz: Einen Teelöffel Kümmelkörner mit kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Für die beste Wirkung sollte der Tee ungesüßt und möglichst heiß getrunken werden.

Eine Kombination aus Kümmel, Fenchel und Anis ist bei Säuglingen empfehlenswert, die unter Drei-Monats-Koliken leiden. Außerdem ergänzt sich der Geschmack, so dass auch Erwachsene gerne eine Mischung aus den drei Heilpflanzen probieren können.

Hilfreich bei Durchfall

Sind schädliche oder reizende Stoffe in den Körper geraten, versucht dieser, sie mittels Durchfall wieder loszuwerden. Ursache können beispielsweise eine Lebensmittelunverträglichkeit, eine Magen-Darm-Infektion oder eine geschwächte Darmflora sein.

Gerbstoffe aus der Heidelbeere hemmen Entzündungen und wirken zusammenziehend sowie dämpfend auf die Peristaltik, also auf die Muskeltätigkeit des Magen-Darm-Trakts. Für den Tee werden ein bis zwei Teelöffel getrocknete Heidelbeeren etwa zehn Minuten in einem Viertelliter Wasser geköchelt. Anschließend abseihen und über den Tag verteilt bis zu drei Tassen trinken. Wichtig ist, getrocknete Heidelbeeren für den Aufguss zu nehmen – frische würden sogar Durchfall verursachen können.

Keine Heilpflanze, sondern ein Naturheilmittel – und bei Durchfall genauso wirksam – ist Heilerde. Sie bindet überschüssige Flüssigkeit im Darm. Im Fall der Fälle werden ein bis zwei Teelöffel des feingesiebten Pulvers in einen Viertelliter Wasser eingerührt und getrunken.