Tinnitus - das störende Ohrgeräusch

Rauschen im Ohr

Das Innenohr empfängt nicht nur akustische Signale und wandelt sie in elektrische Impulse um, welche über den Hörnerven zum Gehirn weitergeleitet werden, sondern besitzt auch ein Grundrauschen - so genannte otoakustische Emissionen (OAE).

Diese otoakustischen Emissionen entstehen hauptsächlich in den äußeren Haarzellen in der Innenohrsschnecke und dienen als Verstärker. Normalerweise nehmen wir dieses Rauschen nicht wahr.

Eine Möglichkeit es zu hören ist die Verwendung eines Resonanzkörpers, z.B. das Gehäuse einer Meeresschnecke. Das berühmte hörbare Meeresrauchen sind unsere eigenen otoakustischen Emissionen.

Fehlfunktion Tinnitus

Ein Tinnitus ist eine Hörempfindung ohne akustischen Reiz aus der Umwelt. Er besitzt keinen Informationsgehalt, d.h. es handelt sich um ein störendes Geräusch.

Dabei gibt es ein breites Spektrum an Möglichkeiten vom Pfeifton, über Brummen, Rauschen, Klirren bis zum Knacken oder Ticken. Genauso vielfältig sind die möglichen Auslöser:

  • Ohrstöpsel, Ohrschmalzpfropfen, Mittelohrbelüftungsstörungen bei Schnupfen oder beim Fliegen
  • Innenohrstörungen durch Lärmbelastung (Disko, Rockkonzert, Presslufthammer), Medikamente, Durchblutungsstörungen, Entzündungen oder einen Unfall
  • Veränderungen am Hörnerven (z. B. ein Akustikusneurinom = "gutartiger" Tumor)
  • ZNS-Schäden (Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Tumore)
  • Gefäßmissbildungen (häufig pulsierender Tinnitus)
  • rhythmische Kontraktionen von Gaumen- oder Mittelohrmuskeln (selten)

Weitere Risikofaktoren wie Nackenverspannungen oder Wirbelsäulenfehlstellungen werden vermutet. Nicht immer lässt sich die Ursache für einen Tinnitus finden und gezielt behandeln.

Therapieoptionen und Prognose

Je nach Dauer des Tinnitus wird eine akute (bis zu 3 Monaten), eine subakute (4 bis 12 Monate) und eine chronische Form (über ein Jahr) unterschieden.

In Abhängigkeit der Ursache gibt es unterschiedliche spontane Heilungsraten, d.h. das Ohrgeräusch verschwindet ohne spezielle Therapie.

Nach einem Diskobesuch hilft sich das Ohr nicht selten wieder allein. Der Tinnitus sollte dann jedoch als Warnsignal verstanden werden. Erneute Lärmexposition kann zu einem bleibenden Geräusch und einer Innenohrschwerhörigkeit führen.

Insgesamt gilt für die Behandlung eines neu aufgetretenen Ohrgeräusches, dass eine rechtzeitige Therapie die besten Heilungschancen verspricht. Ein HNO-Arzt sollte umgehend aufgesucht werden.

Dieser wird zunächst nach möglichen Ursachen fanden und dann eine entsprechende Therapie einleiten. Leider lässt sich nicht immer ein Auslöser feststellen. Dann kann der Patient zumindest beruhigt werden, an keiner schwerwiegenden Grunderkrankung zu leiden.

Eine medikamentöse Therapie mit durchblutungsfördernden Mitteln (Gingkopräparate oder HAES-Infusionen), Kortison oder Lidocain sollte versucht werden, hat aber nicht immer Erfolg. Auch die Sauerstofftherapie in einer Überdruckkammer wird bei akutem Tinnitus angewendet.

Hilfe bei chronischem Tinnitus

Bei einem chronischen Tinnitus richtet sich die Therapie auf eine Minderung des Leidensdruckes.

Fühlen sich die Patienten durch das Ohrgeräusch in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt und leiden z.B. unter Schlafstörungen, können Entspannungstechniken, ein maskierender Geräuschgenerator (Masker oder Noiser) oder ein spezielles Tinnitus-Retraining-Programm helfen.

Wertvolle Unterstützung erhalten die Betroffenen auch durch Selbsthilfegruppen, wie die Deutsche Tinnitus-Liga e.V. (www.tinnitus-liga.de).