Impfungen für die Reise

Was jeder haben sollte

Zwei Krankheiten treten weltweit auf: Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphterie. Daher sollte jeder, egal ob er auf Reisen geht oder zu Hause bleibt, einen Impfschutz gegen diese Krankheiten haben.

Beides ist leider nicht so selbstverständlich, wie man denken mag. Denn Impfungen sind allgemein aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit geraten.

Gegen Tetanus, so denken viele, kann man ja auch noch etwas tun (die so genannte Simultanimpfung), wenn man sich eine Wunde zugezogen hat. Aber:

  • Die gefährlichen Erreger können auch durch kleinste Wunden in den Körper eintreten - so klein, dass man sie gar nicht bemerkt.
  • Nicht überall gibt es an jeder Straßenecke ein Krankenhaus, in dem man eine sichere Simultanimpfung bekommen kann.

Diphterie, so meinen viele, ist kein Thema mehr. Doch das ist ein Irrtum: Die Zahl der Erkrankungen hat auch hier zu Lande wieder zugenommen.

Im Ausland gibt es vielfach keine Impfprogramme gegen Diphterie, sodass die lebensgefährliche Krankheit dort noch viel häufiger auftritt. Besonders groß ist das Risiko in Osteuropa und den GUS-Staaten sowie in den Tropen.

Die Grundimmunisierung gegen beide Krankheiten kann nicht auf die Schnelle hergestellt werden. Eine Auffrischimpfung ist bis 14 Tage vor Reiseantritt möglich.

Die Hepatitis-Varianten

Hepatitis ist die medizinische Bezeichnung für Leberentzündung. Dabei gibt es mehrere Varianten von Erregern, die mit Buchstaben bezeichnet werden.

Die beiden Hepatitis-Varianten, gegen die man sich vor dem Urlaub gegebenenfalls impfen lassen sollte, sind Hepatitis A und B.

Hepatitis A kann in Süd- und Osteuropa, Asien, Afrika und Lateinamerika auftreten. Sie wird durch verunreinigtes Wasser oder belastete Lebensmittel übertragen.

Die Krankheit verläuft als akute Entzündung, sie kann in schweren Fällen die Leber zerstören.

Hepatitis B tritt vor allem in Ost- und Südeuropa, im Mittleren Osten, China sowie Nord- und Zentralafrika auf. Sie wird durch Körperflüssigkeiten übertragen (Blut, Speichel, Sperma, Muttermilch).

Die Gefahr einer Ansteckung ist um ein Vielfaches größer als bei AIDS. Die Erkrankung verläuft oft schleichend: Man bemerkt keine Symptome, oder die Entzündung bricht erst Monate später aus. Während der ganzen Zeit sind die Betroffenen jedoch ansteckend.

Es gibt eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B. Die Impfung gegen Hepatitis B muss mindestens 28 Tage vor Reiseantritt begonnen werden, die gegen Hepatitis A zehn Tage vorher.

Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt übrigens auch vor Hepatitis D.

Polio, Tollwut, FSME

Die Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist zwar in Deutschland ausgerottet, aber nicht weltweit. Insbesondere im Nahen und Mittleren Osten, in Südostasien sowie in Afrika kommt sie noch relativ häufig vor.

Auch im nördlichen Asien (China, GUS-Staaten) besteht noch ein mittleres Risiko. Von daher sollte man sich vor allen Reisen in Gebiete, wo die Polio noch nicht ausgerottet ist, impfen lassen, spätestens eine Woche vor Reiseantritt.

Ein hohes Risiko für Tollwut besteht in Afrika, Mittel- und Südamerika und im südlichen Asien. Wirklich infektionsfrei sind dagegen nur das nördliche Kanada, Grönland, Australien, England, Schweden und Norwegen.

Wer in Gebiete mit hoher Gefahr, z.B. durch streunende Hunde, reist, sollte sich vorsorglich impfen lassen.

Die Frühsommer-Meningokokken-Enzephalitis (FSME), die durch Zecken übertragen wird, sei an dieser Stelle nur kurz erwähnt. Genauere Informationen, auch zu der ebenfalls durch Zecken übertragenen Borreliose, finden Sie hier.

Wichtig zu wissen ist allerdings, dass die Risiko-Gebiete nicht nur in Süddeutschland, sondern auch im östlichen Europa, in Afrika und in Brasilien liegen.

Gelbfieber, Typhus, Cholera

Gelbfieber kommt in den tropischen Ländern Afrikas und Südamerikas vor. Die Viruskrankheit wird durch Stechmücken übertragen. Sie verläuft in bis zu 50 Prozent der Fälle tödlich.

Einige tropische Länder schreiben für die Einreise eine Gelbfieber-Impfung vor. Diese wird ausschließlich in speziell autorisierten Gelbfieber-Impfstellen vorgenommen. Die Impfung wirkt nach zehn Tagen und hält ca. zehn Jahre an.

  • Gelbfieberimpfstellen finden Sie hier
  • auf den entsprechenden Postleitzahl-Bereich klicken

Typus kommt in tropischen und subtropischen Ländern vor. Der Erreger, ein Bakterium, kann in Wasser und Nahrungsmitteln vorkommen und führt zu hohem Fieber mit heftigen Durchfällen (Gefahr der Austrocknung).

Die Krankheit kann durch eine Impfung, die spätestens 14 Tage vor der Abreise erfolgen muss, in Schach gehalten werden.

Auch die Cholera kann durch verunreinigtes Trinkwasser oder durch Nahrungsmittel übertragen werden. Sie kann in tropischen oder subtropischen Ländern mit schlechten Hygieneverhältnissen auftreten.

Durch die Einhaltung der für Europäer in diesen Ländern üblichen Hygieneregeln (kochen, schälen oder vergessen) kann man sich die Krankheit im Allgemeinen gut vom Leibe halten. Das hilft auch gegen andere Krankheiten wie z.B. Amöben-Ruhr.

Die Cholera-Impfung wird nur in extremen Situationen empfohlen (Beispiel: Fluthelfer in Bangladesh), weil sie nicht ohne Nebenwirkungen ist und außerdem nicht sicher schützt.