Muskel- und Gelenkbeschwerden sanft behandeln

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Schon eine einzige falsche Bewegung kann dazu führen, dass sich Muskeln und Gelenke schmerzhaft bemerkbar machen. Aber auch Fehlhaltungen, Überlastungen, Verschleiß oder chronische Erkrankungen gehören zu den Ursachen von Muskel- und Gelenkschmerzen. Besonders oft treten diese im Rückenbereich, im Schultergürtel sowie in Hüft- und Kniegelenken auf.

Nicht selten gehen Muskel- und Gelenkschmerzen auf sportliche Aktivitäten zurück. Krämpfe oder Muskelkater sind die Folgen. Wesentlich häufiger als Muskelkrämpfe sind allerdings Gelenkschmerzen. Besonders Menschen Ü45 kennen Probleme durch Gelenkverschleiß, die sogenannte Arthrose. Die schützende Knorpelschicht der Gelenke wird durch Überlastung brüchig und geht zurück, Schmerzen sind die Folge.

Im Gegensatz zu der chronischen altersbedingten Gelenkabnutzung (Arthrose) resultieren akute Gelenkschmerzen meistens aus körperlichen Überlastungen. Diese mechanischen Ursachen wirken direkt auf das Gelenk ein: Darunter fallen unter anderem Prellungen, Verrenkungen, Verstauchungen oder eine übermäßige Anstrengung zum Beispiel durch bestimmte Sportarten oder aufgrund von Übergewicht.

Ein sogenannter Anlaufschmerz zeigt sich, sobald das Gelenk bewegt wird. Dahingegen tritt der Nacht- und Ruheschmerz sogar im Ruhezustand auf, häufig auch während des Schlafens. Bei Belastung des Gelenks kommt es zum Belastungsschmerz.

Natürliche Hilfen

Bei vielen Schmerzen muss man nicht gleich ein chemisches Schmerzmittel einnehmen, um sie zu lindern. So wirken beispielsweise Eispackungen oder Eismassagen gut bei akuten Gelenkentzündungen, die mit Schwellungen und Überwärmung einhergehen. Sie sind entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Wärme hingegen ist für verspannte Muskeln eine Wohltat. Die stärkere Durchblutung führt dazu, dass der Regenerationsprozess der Muskulatur angeregt wird. Ein warmes Bad, z.B. mit Badezusätzen wie Brennnessel, Fichtennadelextrakt oder Lavendel, eine wärmende Auflage (Wärmflasche, Kirschkern- oder Körnerkissen) oder spezielle Wärmecremes können hilfreich sein.

Um die Durchblutung im schmerzenden Bereich anzuregen, bietet sich auch eine Klopfmassage an. Dazu mit der Handkante, der flachen Hand oder den Fingern kurze, schlagende, nicht zu harte Bewegungen ausführen. Die Haut darf sich dabei ruhig röten – das ist ein Zeichen für die verbesserte Durchblutung. Meist reichen fünf bis zehn Minuten aus.

Ein Tee aus Gänseblümchen (frisch oder getrocknet, ein bis drei TL pro Tasse, 10 Minuten ziehen lassen) kann ebenfalls bei Gelenkbeschwerden hilfreich sein. In der Homöopathie wird Bellis perennis, so der lateinische Name dieser Heilpflanze des Jahres 2017, sowohl innerlich wie äußerlich bei Muskelschmerz, Prellungen, Rheuma oder Hämatomen eingesetzt.

Wirksame Pflanzenöle

Gezielt in den schmerzenden Bereich einmassiert, können verschiedene Pflanzenöle Muskel- und Gelenkschmerzen lindern. Besonders bewährt haben sich Pfefferminz-, Eukalyptus- und Rosmarinöl. Auch das ätherische Öl aus Basilikum wurde entsprechend untersucht und hat sich in einer indischen Studie als hilfreich bei Entzündungen und Gelenkschwellungen bei Arthritis-Patienten erwiesen.

  • Pfefferminzöl aktiviert Kältefühler auf der Haut. Dieser Kältereiz blockiert die Weiterleitung des Schmerzes. So können effektiv Muskel-, Gelenk-, Nerven- und Kopfschmerzen gelindert werden.
  • Rosmarinöl hat sich als Mittel gegen Rheuma, Muskel- und Gelenkschmerzen etabliert. Es wird äußerlich angewendet und reizt die Haut gerade so stark, dass die Durchblutung angeregt wird. Dadurch lockert sich die Muskulatur, die Schmerzen lassen nach. Zudem soll die Entstehung entzündungsauslösender Stoffe gehemmt werden.
  • Das ätherische Öl des Überlebenskünstlers Eukalyptus wird nicht nur von den Ureinwohnern Australiens, den Aborigine, hoch geschätzt. Auch hierzulande wird es vielfältig genutzt. Sein entzündungshemmender Effekt wirkt bei Gelenk- und Muskelproblemen. Weil es zudem schleimlösend wirkt, kommt es auch bei Erkältungskrankheiten zum Einsatz.

Gut gewickelt

Zu den altbekannten Hausmitteln der Groß- und Urgroßmütter gehören Wickel, insbesondere Kohl- und Quarkwickel. Sie sind einfach gemacht und haben den großen Vorteil, keine unerwünschten Nebenwirkungen auszulösen. Der Vorteil, dass man die Zutaten immer im Haus hat, ist allerdings wohl heutzutage nicht mehr gegeben.

Quark entzieht der schmerzenden Stelle die Hitze und gibt dem Körper dafür Feuchtigkeit zurück. So lässt der Schmerz dadurch nach, dass die Haut gleichzeitig gekühlt und besser durchblutet wird. Der klassische Quarkwickel besteht aus einer handdicken Schicht normalem Haushaltsquark, die mit einem Baumwolltuch auf der schmerzenden Stelle befestigt wird. Bis zum Trocknen des Milchprodukts sollte der Wickel aufgelegt bleiben.

Der Saft aus Kohlblättern ist für seine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung bekannt. Für einen Kohlwickel die äußeren Blätter eines Wirsing- oder Weißkohls nehmen, die dicken Blattadern entfernen und die Blätter mit einem Nudelholz plätten. Nun die Blätter auf den schmerzenden Bereich legen – und bis zu zwölf Stunden einwirken lassen.

Eine Studie der Universität Duisburg-Essen nahm Kohlwickel bei Arthrose unter die Lupe. Die Studienteilnehmer sagten danach, dass der schmerzlindernde Effekt bei Kohlwickeln zwar nicht deutlich stärker gewesen sei als bei denjenigen Patienten, die ein Schmerzgel aufgetragen hatten. Allerdings hätte die Kohlbehandlung zu einer deutlich besseren Beweglichkeit des Knies geführt.