Schnelle Kühlung bei Sonnenbrand & Sonnenstich

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Die Sonne ist für das Wohlbefinden des Menschen von großer Bedeutung. Doch zu viel Urlaubssonne kann auch negative Folgen haben. Nicht nur Sonnenbrände können dabei den Urlaub vermiesen, sondern auch ein Sonnenstich.

Ursachen des Sonnenbrands

Der Mensch ist wie fast alle Organismen auf das Sonnenlicht angewiesen. Hormonhaushalt, Vitaminstoffwechsel und viele andere Abläufe im Körper werden durch die UV-Strahlung beeinflusst und reguliert. Der Mensch braucht das Sonnenlicht zur körpereigenen Vitamin-D-Produktion und auch die Psyche wird positiv beeinflusst.

So wohltuend die wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut auch sind: Ein Zuviel der ultravioletten Strahlen über einen längeren Zeitraum kann der Epidermis schaden. Die Folge sind Sonnenschäden oder so genannte Lichtdermatosen. Der bekannteste Lichtschaden ist der Sonnenbrand (Dermatitis solaris).

Die menschliche Haut kann sich bis zu einem gewissen Punkt selbst gegen die UV-Strahlen schützen. Wie lange dieser körpereigene Schutz anhält, hängt jedoch ganz vom persönlichen Hauttyp ab.

So verbrennen Menschen mit sehr heller Haut (Hauttyp I) schnell - häufig rötet sie sich bereits nach etwa zehn Minuten. Je dunkler der Hauttyp (bis Hauttyp IV), desto länger hält der körpereigene Sonnenschutz an.

Weil sich die Haut gegen zu hohe Dosen der Sonneneinstrahlung nicht schnell genug durch die Bildung von Pigmentzellen und die Verdickung der Hornhaut schützen kann, „verbrennt“ sie. Rötung, Schmerzen und Wärmestau sind die Folgen.

Bei einem starken Sonnenbrand bilden sich Blasen. Kinder können von Unruhe und Fieber betroffen sein. Wiederholte Fälle von Sonnenbrand über die Jahre lassen die Haut schneller altern und können schließlich zu Hautkrebs führen.

Der richtige Sonnenschutz

Die erste Regel fürs Sonnenbaden lautet, jede Rötung der Haut zu vermeiden. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, um sich zu schützen. Dem textilen Sonnenschutz von T-Shirts über Hosen bis hin zu Hüten ist dabei Vorrang einzuräumen.

Alle von der Kleidung unbedeckten Körperstellen müssen mit einem Sonnenschutzmittel geschützt werden. Die Cremes, Lotionen und Co. sollten immer 30 Minuten vor dem Sonnenbad gleichmäßig aufgetragen werden, und das am Besten schon im Schatten. Auch zum Nachcremen sollte man aus der Sonne gehen.

Leider kann derjenige, der sich mehrmals täglich mit Sonnenschutzmitteln einreibt, deshalb nicht länger in der Sonne bleiben. Auch die Mittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor sind nur einmal wirksam – der Schutz ist nach der angegebenen Zeit abgelaufen.

Man kann es den Menschen im Urlaubsland nachmachen und wie sie die Mittagssonne meiden und damit sich und der Haut eine Ruhepause gönnen. Eine gemütliche Siesta im Schatten des Hotelzimmers ist sehr erholsam. Auch Kinder sollten während der heißen Mittagszeit auf keinen Fall am Strand oder Swimmingpool spielen.

Verzichten sollte man in der Sonne auf Parfüms oder Deodorants. Sie können zu bleibenden Pigmentflecken führen. Auch die gefürchtete Mallorca-Akne wird auf das negative Zusammenspiel von Körperpflegeprodukten und Sonneneinstrahlung zurückgeführt.

Ist trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ein Sonnenbrand entstanden, sollte die Haut so schnell wie möglich und so lang wie nötig gekühlt werden - am besten, bis sich die Hauttemperatur wieder normal anfühlt und kein brennendes Spannungsgefühl mehr besteht. Die geschädigte Haut darf für mehrere Tage nicht mehr der Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden.

Kühlen, kühlen, kühlen

Um die Haut zu kühlen, eignen sich Masken aus Quark. Die Kälte lindert den Schmerz und hemmt zudem die Entzündung. Der Quark wird fingerdick aufgetragen und erst wieder abgewaschen, wenn die kühlende Wirkung nachlässt.

Auch die Gemüsegurke hat einen kühlenden Effekt auf die Haut - besonders dann, wenn sie direkt aus dem Kühlschrank kommt. Die Gurkenscheiben werden auf den Sonnenbrand gelegt. Sind sie von der Haut erwärmt, legt man sie wieder in den Kühlschrank und wiederholt die Gurkenmaske nach Bedarf.

Weiterhin hilft auch ein Wickel mit schwarzem Tee, um der Haut Wärme zu entziehen. Zudem vermindern die im Tee enthaltenen Gerbstoffe Entzündungsreaktionen der Haut. Es werden 3 TL Tee mit 300 ml kochendem Wasser aufgegossen. Nach dem Abkühlen gibt man den Tee auf ein Baumwolltuch und bedeckt damit die verbrannte Haut für ungefähr 30 Minuten.

Damit sich die Haut nach einem Sonnenbrand rasch wieder regeneriert, ist ihre Versorgung mit Feuchtigkeit wichtig. Dafür eignet sich das Gel der Aloe-Vera-Pflanze, das zusätzlich entzündungshemmend wirkt und die Haut kühlt. Entsprechende Produkte erhält man in der Apotheke.

Was passiert beim Sonnenstich?

Scheint die Sonne zu lange auf den unbedeckten Kopf, ist ein Sonnenstich (Insolation) möglich. Die Wärmestrahlen führen zu einer Reizung der unter der Schädeldecke liegenden Hirnhäute. Gefährdet sind insbesondere Kleinkinder, hellhäutige Personen, ältere Menschen oder Personen mit wenig Kopfhaar.

Gerade wenn ein scheinbar kühlender Wind weht, ist die Gefahr einer solchen Hirnhautverletzung groß. Es ist deshalb wichtig, den Kopf zu schützen. Hier bieten sich Baseballcaps, Sonnenhüte und Co. an.

Typische Symptome eines Sonnenstichs sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Unruhe, Schwindel sowie Fieber. Ein charakteristisches Zeichen ist ein heißer, hochroter Kopf oder Nacken. Die restlichen Hautbereiche erscheinen dagegen unauffällig.

Die Symptome treten häufig erst Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne auf. Die betroffene Person befindet sich möglicherweise schon wieder längst im Schatten, wenn die Beschwerden einsetzen.

Vor allem bei Kindern ist dies der Fall. Sie bekommen plötzlich Kopfschmerzen oder müssen sich übergeben.

Als Sofortmaßnahmen sollte der Betroffene in den Schatten gehen. Dort sollte er sich flach hinlegen, möglichst mit erhöhtem Kopf und Oberkörper. Beengende Kleidungsstücke sind zu öffnen oder zu entfernen, Kopf, Hals und Nacken mit feuchten Tüchern zu kühlen.

Sind die Beschwerden sehr stark, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Hat eine Person mit Sonnenstich Krampfanfälle oder sogar das Bewusstsein verloren, muss der Notarzt alarmiert und erste Hilfe geleistet werden.