Tipps für einen ergonomischen Arbeitsplatz

Designed by Alekksall / Freepik
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Erst kürzlich hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) ermittelt, dass in Deutschland fast die Hälfte aller Büroangestellten über Rückenschmerzen klagt. Die Ursache ist häufig ein falsch eingerichteter Arbeitsplatz.

Ein Arbeitsplatz nach Maß

Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist optimal an die Anforderungen des Einzelnen angepasst. Dabei geht es nicht nur um Stuhl und Schreibtisch, sondern auch um die Ausrichtung des Monitors, die Anordnung von Maus, Tastatur und Telefon sowie die Beleuchtung.

Der Begriff Ergonomie stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten "ergon" (= Arbeit) und "nomos" (= Gesetz) zusammen. In den Worten der BAUA soll die ergonomische Gestaltung der Arbeitssysteme dazu führen, "das Wohlbefinden der Menschen und die Leistung des Gesamtsystems zu optimieren."

Ein nichtergonomischer Arbeitsplatz hat insbesondere für "Bürotäter", die den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, über kurz oder lang gesundheitliche Folgen. Diese können mit leichten Verspannungen, insbesondere im Schulter- und Nackenbereich, beginnen und in schmerzhaften Haltungsschäden, Krämpfen oder gar Durchblutungsstörungen enden.

Auch Migräne und Sehstörungen gehören zu den Folgen eines nicht richtig und unpassend eingerichteten Büroarbeitsplatzes. Um die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu erhalten, sollten auch Arbeitgeber ein Interesse daran haben, die bestehenden Richtlinien für Bildschirmarbeitsplätze (zu finden im Anhang der Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV, Kapitel 6: Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen) umzusetzen.

So geht „richtig sitzen“

Selbst wenn der Bürostuhl allen Anforderungen der Leitlinien entspricht, höhenverstellbar, kippsicher und mit flexibler Lehne ausgestattet ist, sollte er nicht für den gesamten Arbeitstag be"sessen" werden.

Richtig sitzt, wer Knie und Ellbogen im rechten Winkel beugt und mit den Füßen fest auf dem Boden steht. Um diese Sitzposition einzunehmen, ist die Höhenverstellbarkeit des Stuhls unabdingbar. Allerdings ist auch das richtige Sitzen kein Garant dafür, dass nicht doch Rückenbeschwerden auftreten.

Bewegungslosigkeit kann ebenso zu Problemen führen. Daher sollte man sich auf dem Sitz bewegen, z.B. durch Beckenkippen auf der Sitzfläche - eine Übung, die noch nicht einmal von den Kollegen bemerkt werden muss. Dazu zunächst die rechte Gesäßhälfte belasten, dann die linke und das Becken auf dem Stuhl vor und zurück kippen. Abwechslung bringen z.B. andere Sitzgelegenheiten oder einige Minuten auf der vorderen Sitzkante des Stuhles.

Wer dynamisch sitzt, sich also im Sitzen häufig bewegt und die Sitzposition verändert, entlastet die Wirbelsäule und die Bandscheiben. Auch die Muskulatur wird unterschiedlich gefordert. Verstärken kann man den Effekt, indem man z.B. Telefonate im Stehen führt, Briefe im Stehen liest, Kollegen besucht anstatt mit ihnen zu telefonieren, die Treppe anstatt des Aufzugs nimmt.

Ideal sind Büroarbeitsplätze mit integriertem Stehplatz oder einem höhenverstellbaren Arbeitsplatz, der den notwendigen Belastungswechsel ermöglicht. Arbeitsmediziner empfehlen eine Formel aus 50 Prozent Sitzen, 25 Prozent Stehen, 25 Prozent Bewegen.

Der ideale Tisch

Die richtige Höhe des Schreibtisches ist abhängig von der individuellen Größe des Nutzers sowie von der Stuhlhöhe. Ideal ist nach Empfehlungen der BAUA eine Höhenverstellbarkeit zwischen 68 und 118 Zentimetern. Dann könne man abwechselnd sitzend oder stehend arbeiten. Ist der Schreibtisch nicht höhenverstellbar, sollte er zwischen 68 und 76 Zentimetern hoch sein - der Mittelwert von 72 Zentimetern passt offenbar für rund 95 Prozent der Bevölkerung.

Die Platte des Tisches sollte ebenfalls nicht zu klein sein. Empfehlenswert sind 160 Zentimeter Breite und mindestens 80 Zentimeter Tiefe. Sollte noch ein Röhrenbildschirm vorhanden sein, ist dies bei der Tiefe des Schreibtisches zu berücksichtigen.

Auch die Belegung des Tisches kann nach ergonomischen Richtlinien erfolgen. Dabei ist die Maßgabe, dass alles in unmittelbarer Nähe stehen sollte, inzwischen überholt. Man sollte sich ruhig ein wenig recken, um an den Locher oder Tacker zu gelangen, Ordner und Unterlagen können ruhig in ein Regal geräumt werden, zu dem man sich hinbewegen muss.

Für Telefon, Tastatur und Maus, also die Dinge, die meist ständig gebraucht werden, gilt, dass sie in bequemer Reichweite stehen sollten. Um den sogenannten Mausarm zu vermeiden, sollte eine ergonomisch geformte Maus vorhanden sein.

Besonders wichtig für die Arbeit am Bildschirm ist dessen richtige Höhe. Sie stimmt, wenn die oberste Zeile auf Augenhöhe ist. Der Bildschirm sollte zudem leicht geneigt sein, geringe Reflexionen aufweisen und flimmerfrei sein.

Mindestens 50 Zentimeter Abstand zwischen Bildschirm und Benutzer sind empfehlenswert, bei größeren Diagonalen sollte sich auch der Augenabstand erhöhen. Gut lesbar ist schwarze Schrift auf weißem Hintergrund.

Um Spiegelungen und Reflexe zu vermeiden, sollte der Bildschirm im rechten Winkel zur Fensterbank stehen. Wer Probleme mit der Lesbarkeit hat, kann versuchen, die Schriftgröße zu verändern - ansonsten können auch spezielle Brillen hilfreich sein.

Auch Beleuchtung und Klima haben einen Einfluss auf die Arbeitsumgebung. So gehören viel Licht, frische Luft, eine angenehme Temperatur, Bilder und Pflanzen zu den weichen Faktoren der Ergonomie, für die es keine festen Vorschriften gibt, sondern nur Empfehlungen.