Infos zu Geschlechtskrankheiten

Verschiedene Erreger

Geschlechtskrankheiten betreffen Männer wie Frauen, Junge wie Alte. Allerdings ist im Alter zwischen etwa 20 und 30 Jahren eine Häufung festzustellen. Gründe dafür sind zum einen eine erhöhte Mobilität sowie zum anderen häufigere, wechselnde Geschlechtspartner.

Zusammengefasst werden sexuell übertragbare Krankheiten unter dem englischen Terminus sexually transmittet diseases (STD), neuerdings häufig auch mit STI (Sexuell übertragbare Infektionen), weil die Infektionen nicht immer zu einer Erkrankung führen müssen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt zu den STD inzwischen mehr als 33 Erreger. Für einige von ihnen sind sexuelle Kontakte bis auf wenige Ausnahmen der einzige Übertragungsweg.

Für andere, die sich auf dem Blutweg im Organismus ausbreiten, stellen neben winzigen Verletzungen bei sexuellen Kontakten auch Blut und Blutprodukte sowie Spritzen oder medizinische Geräte ein Risiko dar. Andere Erreger (z.B. Hepatitis A) werden nur ausnahmsweise auf sexuellem Weg übertragen.

Nicht unbedingt als STD anzusehen sind Krankheiten, deren Ursache in einer pathologischen Vermehrung von Keimen liegt, die in geringer Konzentration auch die gesunden Genitalorgane besiedeln (Pilzerkrankungen, Störungen des Scheidenmilieus).

Grundsätzlich gibt es diese sexuell übertragbaren Krankheiten:

  • Bakteriell bedingte sexuell übertragbare Krankheiten wie Gonorrhö (Tripper), Syphilis (Lues), Genitale Chlamydieninfektion, Lymphogranuloma inguinale (venerische Lymphknotenentzündung), Ulcus Molle (Weicher Schanker), Vaginale Dysbakteriose (Störung der Bakterienbesiedlung der Scheide), Unspezifische Urethritis (Harnröhrenentzündung).
  • Virus bedingte sexuell übertragbare Krankheiten wie Herpes genitalis (HSV 1 und 2), Genitale Infektionen durch humane Papilloma-Viren (HPV), Hepatitis B, Hepatitis C, HIV/Aids.
  • Pilzerkrankungen des Genitale.
  • Genitale Trichomoniasis.
  • Krätze.
  • Filzläuse.

Unbehandelt können die meisten STD schwerwiegende Folgen haben. Chronische bakterielle Entzündungen der Geschlechtsorgane führen in vielen Fällen zu Unfruchtbarkeit, einige virusbedingte STD können zu Krebserkrankungen führen.

Im Anfangsstadium hingegen sind die meisten Krankheiten gut zu behandeln oder im Fall von bakteriellen Infektionen auch zu heilen.

Virale Infektionen

Die bekannteste virusbedingte Geschlechtskrankheit ist sicherlich Aids, bzw. eine Infektion mit HIV. Nach der Infektion mit HIV sind die meisten Menschen jahrelang ohne Beschwerden. Trotzdem wird der Körper bei fortschreitender Infektion wehrlos gegen viele Krankheitserreger, die ein gesunder Mensch ohne Probleme bekämpfen kann.

Das HI-Virus befällt und zerstört besonders die Abwehrzellen und schädigt so das Immunsystem. Das Virus befindet sich vor allem in Samenflüssigkeit, Blut, Scheiden- und Wundsekret. Aus diesen Körperflüssigkeiten kann das Virus durch winzige Verletzungen, aber auch durch Reizungen oder Schädigungen der empfindlichen Haut und Schleimhaut im Genitalbereich in die Blutbahn des Sexualpartners gelangen.

Der wichtigste Übertragungsweg für HIV ist der Geschlechtsverkehr. Andere sexuell übertragbare Krankheiten erhöhen das Risiko für die Ansteckung um ein Vielfaches.

Wenige Wochen nach der Ansteckung mit HIV können vorübergehend grippeähnliche Beschwerden auftreten, die allerdings meist nicht zu einer Diagnose der Infektion führen. Der weitere Verlauf der Infektion ist individuell sehr unterschiedlich: Die meisten Infizierten sind über Jahre symptomfrei, obwohl sich das Virus bereits im Körper vermehrt.

Schutz vor Infektionen

Insbesondere in der Diskussion um HIV/Aids hat sich als Schlagwort "Safer sex" durchgesetzt. Safer Sex bedeutet vor allem die Anwendung von Kondomen bei Anal- und Vaginalverkehr sowie das Vermeiden eines Samenergusses im Mund.

Durch Safer Sex wird das Risiko einer Ansteckung mit HIV zwar nicht völlig ausgeschlossen, aber doch sehr stark minimiert. Zudem lassen sich durch Kondome die meisten anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ebenfalls verhindern.

Syphilis-Bakterien, Herpes simplex Viren und Humane Papilloma Viren können allerdings auch an Körperstellen eindringen, die durch ein Kondom nicht ausreichend geschützt werden, wie z.B. die äußeren Geschlechtsorgane der Frau oder die Haut des Hodensackes des Mannes.

Auch bei Hepatitis B verringern Kondome zwar das Risiko einer Übertragung der Viren, können es jedoch nicht ausschließen. Der beste Schutz ist eine Hepatis-B-Impfung, die für Säuglinge sowie Jugendliche zwischen dem 9. und 18. Lebensjahr empfohlen wird.

Für Frauen, die sich unabhängig von ihrem männlichen Partner schützen möchten, bietet sich das Frauenkondom an. Es handelt sich dabei um einen kondomähnlichen Schlauch aus Polyurethan mit einem inneren Ring zum Einführen in die Scheide und einem äußeren Ring, der zusätzlich den Scheideneingang abdeckt.