Ein Schmerzmittel als "Alleskönner"

Bei Sonnenbrand und Migräne

Im Winterurlaub kann das grelle Licht in den verschneiten Bergen Sonnenbrand auslösen. Bereits bei den ersten Anzeichen wie Hautrötung oder Jucken können zwei Tabletten à 500 mg ASS eingenommen werden.

Dies soll die sich anbahnende Entzündung eindämmen und weitere Zellschäden vermeiden. Denn viele der körpereigenen Botenstoffe, die beim Sonnenbrand die Entzündung hervorrufen, stammen aus der Reihe der sogenannten Prostaglandine.

Und ASS ist der bekannteste Prostaglandinhemmer. Dies hilft zumindest zu Beginn der Entzündung.

ASS mindert die Ausschüttung von Schmerzhormonen, die speziell bei Migräne aktiv werden. Studien zeigen zudem, dass der Wirkstoff typische Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit lindern kann.

Herzinfarkt vorbeugen und Alterungsprozess bremsen

Je dünner das Blut, desto besser kann es Sauerstoff und Nährstoffe zu den Zellen bringen. ASS beugt gegen Herzinfarkt und Schlaganfall vor.

Denn optimal dosiert verhindert der Stoff, dass sich Blutgerinnsel bilden und Herzkranzgefäße oder Gehirnschlagadern verstopfen. Diese Wirkung ist schon länger bekannt, Ärzte setzen das Mittel oft bei Blutgefäßerkrankungen ein.

Wichtig: Ohne Absprache mit dem Arzt sollte man ASS nicht länger als drei Tage einnehmen.

Forschungen zum Beispiel an der Universität Magdeburg zeigen, dass Acetylsalicylsäure im Körper sogenannte freie Radikale unschädlich macht. Diese entstehen als "Abfall" im Stoffwechsel.

Solche Moleküle greifen gesunde Zellen an und lassen sie vorzeitig altern. Das steigert die Risiken für viele Krankheiten wie Diabetes, Arthritis oder Alzheimer.

Zumindest bei den Zellen der Blutgefäße weiß man, dass der Wirkstoff auch die Alterung bei der Zellteilung hemmt. Jedes Mal, wenn sich eine lebende Zelle teilt, werden die Endstücke ihres Erbguts um ein Stückchen verkürzt - sie altert. ASS soll diesen Vorgang hemmen.

Bei Fieber und Erkältungskrankheiten

ASS fördert im Organismus die Produktion von sogenannten Antipyretika, also fiebersenkenden Stoffen. Mithilfe von ASS sinkt die erhöhte Temperatur deutlicher.

Dies kann wichtig sein, wenn das Fieber auf über 40 Grad steigen und damit den Körper womöglich lebensbedrohlich schwächen würde.

Wenn Fieber länger als zwei Tage anhält, über 39 Grad liegt oder Begleiterscheinungen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Acetylsalicylsäure hemmt, wie erwähnt, die Bildung von Prostaglandinen. Diese Gewebehormone sind auch für das Schmerzempfinden verantwortlich.

Die Dosierung bestimmt der Arzt je nach Stärke der Beschwerden.

Aktuelle Forschungsergebnisse und eine bewerte Kombination

Britische Forscher haben die Krankenakten von 25.000 Krebspatienten ausgewertet. Die Daten zeigen, dass bei Patienten, die mindestens fünf Jahre täglich 75 mg ASS genommen hatten, die Zahl der Todesfälle durch Krebs um 21 Prozent niedriger war.

Die Forscher fanden heraus, dass Krebszellen, die sich ungehemmt teilen und so Tumore bilden, auf ASS empfindlich reagieren. Der Wirkstoff scheint die Teilung zu stoppen.

Zudem hemmt ASS Botenstoffe im Körper, die ein Tumor zum Wachsen braucht. Nach den Ergebnissen der Studie trat Speiseröhrenkrebs um 60 Prozent seltener auf, Darmkrebs um 40 Prozent.

ASS half auch gegen Tumore in Prostata, Bauchspeicheldrüse, Lunge und Gehirn sowie einer weiteren neuen Studie zufolge gegen Brustkrebs.

Koffein verdoppelt den schmerzlindernden Effekt von Stoffen wie ASS und Paracetamol, wie eine Studie zeigt. Es bremst die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Hirngefäßen.

Auf diese Weise sinkt dort der Druck und weniger Schmerzreize entstehen. Eine Kombination dieser drei Substanzen hilft daher offenbar besonders gut gegen Kopfschmerzen.