Deutscher Lebertag am 20. November

Quelle: Bist du Chris?

Erkrankungen der Leber verlaufen schleichend und still. Dass sie lange ohne spezifische Beschwerden bleiben, macht sie so tückisch. Lebererkrankungen werden deshalb häufig erst spät erkannt. Allein an chronischer Hepatitis B und Hepatitis C sind Hunderttausende Menschen in Deutschland erkrankt - die meisten, ohne es zu wissen.

Hinzu kommen Autoimmunerkrankungen der Leber sowie Fettlebererkrankungen, die insbesondere in den westlichen Industrienationen auf dem Vormarsch sind. Schätzungsweise 20 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Fetteinlagerungen der Leber. Diese werden gefährlich, wenn die Verfettung zu einer Leberentzündung führt. Durch die andauernde Entzündung kommt es zu einer Vernarbung der Leber. Wird dieser Prozess nicht gestoppt, drohen bei allen chronischen Lebererkrankungen Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs.

Erste Anzeichen einer Erkrankung der Leber können erhöhte Leberwerte sein, die der Arzt im Rahmen einer Blutuntersuchung feststellen kann. Die Ursache erhöhter Leberwerte sollte immer abgeklärt werden. Denn sind Lebererkrankungen erst einmal erkannt, können sie häufig gut behandelt werden.

Das gilt auch für die chronische Hepatitis C, die inzwischen bei den meisten Patienten geheilt werden kann, ebenso wie für andere chronische Lebererkrankungen. Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, umso besser kann sie behandelt werden. Fettlebererkrankungen lassen sich meist schon durch Abbau von Übergewicht und eine Änderung des eigenen Lebensstils deutlich verbessern. Gleiches gilt für alkoholbedingte Lebererkrankungen, die darüber hinaus einer Suchttherapie bedürfen.

Der Deutsche Lebertag lenkt den Fokus auf die Leber und Lebererkrankungen. Seit Jahren organisieren die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Gastro-Liga e.V. den Deutschen Lebertag. Informationen, Anmeldungen und Downloads gibt es unter www.lebertag.org. Die Deutsche Leberstiftung bietet zudem einen Lebertest, mit dem festgestellt werden kann, ob ein erhöhtes Risiko für eine Lebererkrankung besteht.

Bist du Chris?

Die Kampagne "Bist du Chris?" wurde ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für Hepatitis C zu stärken. Die Kampagne soll informieren und das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Bundesgesundheitsministeriums unterstützen, Hepatitis C bis 2030 in Deutschland zu eliminieren bzw. einzudämmen.

Chris ist ein international gebräuchlicher, populärer und geschlechtsunabhängiger Vorname. In der Kampagne steht er für eine beliebige Person – Mann oder Frau, jung oder alt – die sich möglicherweise irgendwann im Leben mit Hepatitis-C-Viren infiziert hat. Chris tritt damit dem Irrglauben entgegen, dass Hepatitis C immer nur ‚die anderen’ betrifft. Die Frage „Bist du Chris?“ soll Menschen schließlich zum Nachdenken anregen, ob auch sie ein Ansteckungsrisiko haben oder hatten.

„Dank neuer direkt antiviral wirkender Arzneimittel lässt sich die Erkrankung bei den meisten Patienten innerhalb von acht bis 24 Wochen heilen“, bestätigt Professor Dr. Michael P. Manns, Gastroenterologe und Vorstand der Initiative pro Leber. Das Problem dabei: In Deutschland wissen schätzungsweise 100.000 Betroffene gar nicht, dass sie sich irgendwann im Leben mit dem Erreger - dem Hepatitis-C-Virus - infiziert haben. Folglich können sie auch nicht behandelt werden und laufen Gefahr, eine Lebervernarbung, eine Zirrhose oder einen Leberzellkrebs zu entwickeln.

Seit Juni bietet die „Bist du Chris?“-Kampagne über Plakate, TV-Spots, eine Facebook-Site und eine Website Informationen rund um Hepatitis C und beschreibt Situationen, in denen man sich - auch unwissentlich - infizieren kann; eine Online-Checkliste hilft, das eigene Infektionsrisiko abzuschätzen. "Menschen, die sich angesteckt haben könnten, sollten mit ihrem Arzt sprechen und gegebenenfalls einen Bluttest auf Hepatitis C machen lassen", rät Manns.