Beliebte Mittel der Homöopathie

Unterstützung der Selbstheilung

Angeblich haben 60 Prozent aller Deutschen schon einmal homöopathische Arzneimittel ausprobiert. Über 25 Prozent sollen überzeugte Homöopathieanhänger sein.

Immer mehr Studien sollen eine schnelle Wirkung der Medizin bestätigen, zumindest bei Alltagsbeschwerden. Die Globuli regen offenbar die Selbstheilungskräfte des Organismus gezielt an.

Beispiel Wechseljahre: Experten kennen viele Einzelmittel gegen die typischen Beschwerden. Laien nehmen zur Selbstbehandlung am besten Komplexmittel - die Gefahr der Nebenwirkungen ist hier offenbar sehr gering.

Das Mittel Klimaktoplant besteht aus den Wirkstoffen Cimicifuga (Traubensilberkerze), Sepia (Tintenfisch), Ignatia (St.-Ignaz-Bohne) sowie Sanguinaria (Kanadische Blutwurzel) und hilft wissenschaftlich erwiesen bei Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, innerer Unruhe sowie Schlafstörungen.

Die homöopathische Verdünnung

Rund 2.000 pflanzliche, mineralische oder tierische Substanzen werden für homöopathische Heilmittel verwendet. Ob Belladonna (Tollkirsche), Apis (Honigbiene) oder Allium cepa (Küchenzwiebel): Der Wirkstoff wird mit einem Träger wie Milchzucker oder medizinischem Alkohol verrieben oder verschüttelt.

Diese Art der Verdünnung wird viele Male wiederholt - je öfter, desto höher ist die Potenz und die Heilwirkung. So können auch ursprünglich hochgiftige Substanzen aus der Natur genutzt werden.

In den Potenzen D3, D6 und D12 sind die Präparate laut Experten gut für die Hausapotheke geeignet, sie haben kaum Nebenwirkungen. Außer als Globuli werden homöopathische Mittel auch als Tabletten und Tropfen angeboten.

Eine große Auswahl und gute Beratung gibt es insbesondere in Apotheken mit einer homöopathischen Abteilung.

Arnica, Nux vomica und Belladonna

Schnelle Hilfe bei stumpfen Verletzungen wie Prellung, Bluterguss oder Zerrung bietet Arnica (Bergwohlverleih). Mittel aus dieser Pflanze wirken abschwellend, verhindern Entzündungen und fördern die Heilung von Wunden.

Die Pflanze Brechnuss hilft bei Beschwerden des Verdauungstrakts - egal ob Sodbrennen, Übelkeit, Brechreiz, Blähungen, Krämpfe, Schmerzen, Verstopfung oder Durchfall. Offenbar ist die Wirkung von Nux vomica besonders gut bei stressbedingten Bauchschmerzen.

Belladonna (Tollkirsche) ist das wichtigste Mittel bei allen akuten Infektionen, vor allem im Hals- und Kopfbereich, wie Erkältung, Halsschmerzen, Mandel-, Nebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung. Auch bei trockenem Husten, Augenreizungen, Kopfschmerzen oder Migräne soll Belladonna helfen.

Rhus toxicodendron, Gelsemium und Dosierungshinweise

Verrenkung, Zugluft, Nässe oder man hat sich schlicht verhoben - und schon zieht es im Rücken, schmerzen die Gelenke. Dann ist der verdünnte Rhus toxicodendron (Giftsumach) das Mittel der Wahl.

Es soll auch bei rheumatischen Beschwerden oder Gliederschmerzen helfen, die durch Grippe ausgelöst werden, ebenso bei akutem Hexenschuss.

Rund 80 Prozent der Kopfschmerzen kann man laut Experten mit Gelsemium (Wilder Jasmin) lindern. Gegen typische Spannungskopfschmerzen entweder im Hinterkopf mit oder ohne Nackenschmerzen oder hinter der Stirn hilft die Potenz D4.

Auch bei Migräne oder chronischer Müdigkeit hat sich Gelsemium bewährt, vor allem bei Sommerhitze.

Experten empfehlen bei den genannten Mitteln die Potenz D12 (außer bei Gelsemium: D4). Für den Akutfall gilt die Dosis fünf Globuli alle ein bis zwei Stunden.

Bei Besserung gilt die Dosis fünf Globuli alle drei Stunden. Bei weiterer Besserung dann zwei bis drei Mal täglich fünf Globuli, bis zur Linderung der Beschwerden.