Husten & Heiserkeit homöopathisch behandeln

Kennzeichen einer Kehlkopfentzündung

Akute Reizungen und Entzündungen des Kehlkopfes (Larynx), also jenes Organs, mit dessen Hilfe die Stimme gebildet wird, äußern sich durch Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit.

Manchmal beginnt eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) mit einem Kratzen im Hals und dem Gefühl, als habe sich dort etwas festgesetzt, das sich durch Schlucken und Räuspern nicht entfernen lässt.

Diese Heiserkeit, die sich bis hin zum vollständigen Stimmverlust (Aphonie) steigern kann, wird oft von einem trockenen und besonders quälend empfundenen Husten begleitet.

Verursacht wird eine akute Kehlkopfentzündung meist durch eine Virusinfektion der oberen Luftwege, die sich auf den Kehlkopf ausbreiten kann, wenn die Stimme stark beansprucht wird, die Stimmtechnik mangelhaft ist oder eine individuelle Empfindlichkeit vorliegt.

Anders als Antibiotika, die zwar Bakterien, nicht aber Viren bekämpfen und deshalb bei der Behandlung einer Kehlkopfentzündung meist wirkungslos bleiben, sollen die Beschwerden mit Hilfe der Homöopathie effektiv und ohne Nebenwirkungen behandelt werden können.

Voraussetzung für die erforderliche Behandlung ist, die individuellen Umstände der Krankheit möglichst genau und differenziert zu erfassen und das homöopathische Arzneimittel entsprechend dieser persönlichen Beschwerden auszuwählen.

Allium cepa und Argentum nitricum

Allium cepa (Küchenzwiebel) ist eine typische Schnupfenarznei, die zum Einsatz kommt, wenn ein Schnupfen reichlich fließt, das Sekret meist klar ist, die Naseneingänge wund macht und viel Niesen die Beschwerden begleitet.

Diese Arznei sollte gewählt werden, wenn es im Zuge eines derartigen Infektes zusätzlich zu Heiserkeit kommt und beim Husten ein reißender Schmerz im Bereich des Kehlkopfes auftritt.

Argentum nitricum (Silbernitrat, Höllenstein) ist im Gegensatz zu Allium cepa nicht so sehr im Rahmen eines akuten Infektes angezeigt. Das Mittel ist vielmehr eine bekannte "Lampenfieber-Arznei", die typischerweise dann eingesetzt wird, wenn es in einer Situation, die mit Erwartungsspannung und Lampenfieber verbunden ist, zu einer Reizung des Kehlkopfes kommt und man heiser wird.

Die Angst zu versagen macht die Betroffenen nervös, sie werden hastig, sind in Eile und befürchten zur Verabredung oder Prüfung zu spät zu kommen. Der Hals fühlt sich an "wie roh".

Causticum und Phosphorus

Causticus (Hahnemanns Ätzstoff) ist das Mittel der Wahl, wenn neben weiteren Beschwerden im Bereich des Kehlkopfes das ständige Bedürfnis besteht, sich zu räuspern und den Kehlkopf frei zu machen sowie wenn ein trockener, quälender Husten im Mittelpunkt steht.

Zwar ist der Hals sehr trocken, dennoch haben Betroffene das Gefühl, dass ständig ein kleiner Schleimfaden stört. Allerdings kann man gar nicht tief genug husten, um den störenden Schleim zu erreichen und auszuhusten. Wenn es dann doch gelingt, geht es für einen kurzen Moment etwas besser.

Phosphorus (gelber Phosphor) ist angebracht, wenn sich der Hals wund anfühlt und brennt. Weitere typische Symptome können folgende sein:

Das Sprechen schmerzt und ist sehr anstrengend; der äußere Halsbereich kann im Zusammenhang mit der akuten Erkrankung auffällig berührungsempfindlich sein; durch ein Kitzeln im Hals wird Husten ausgelöst; die Beschwerden verbessern sich durch sehr kalte Getränke.

Spongia und Arum triphyllum

Spongia (Meerschwamm) wiederum beeinflusst sehr trockenen Husten und ist die typische Arznei beim Pseudokrupp kleiner Kinder. Die Atmung kann etwas geräuschvoll und rau sein, die Stimme ist eher krähend.

Alles, was die Befeuchtung der Atemwege fördert, wie Essen, Trinken oder Lutschen eines Bonbons, wird als angenehm empfunden.

Arum triphyllum(dreiblättriger Aronstab) kann - ähnlich wie bei Allium cepa - im Rahmen eines Infektes mit wund fressendem Fließschnupfen zum Einsatz kommen. Allerdings ist der Schnupfen wesentlich aggressiver, die Haut der Naseneingänge und Lippen wird rissig, sie kann anschwellen und heftig schmerzen.

Es ist weniger der Husten der stört, sondern zäher Schleim im Bereich des Kehlkopfes. Die Stimme entgleist, sehr typisch für diese Arznei ist ihre unkontrollierbare Änderung beim Sprechen.

Einnahmeregeln: Bewährte homöopathische Potenz bei akuten Beschwerden ist D12: Einzelgabe: 3-5 Globuli, 5-10 Tropfen oder 1 Tablette.

Einnahmehäufigkeit: Je nach Aktualität der Beschwerden (sehr akut: stündlich; 2. Tag: alle 2 Stunden; danach und bei weniger heftigen Beschwerden: 2-4 Mal täglich).

Einnahmezeitpunkt: Mindestens 10 Minuten Abstand vor oder nach einer Mahlzeit.