Schüßler-Salze zur Entsäuerung

Sauer macht krank

Wer morgens Müsli, mittags Pasta und abends ein Käsebrot mit Gürkchen isst, ernährt sich nicht unbedingt ungesund. Doch Kaffee und Süßigkeiten führen dazu, dass zu viele so genannte Säurebildner aufgenommen werden.

Zu diesen zählen beispielsweise Fleisch und Wurst, Fisch, Milch, Käse, Milchprodukte, Getreide, Nudeln, Süßigkeiten, Honig, Kaffee und Alkohol. Eher basisch wirken hingegen frisches Obst, Oliven, Trockenfrüchte, Kürbis, Tomaten, frische Erbsen, grüne Bohnen, Zwiebeln und frische Kräuter.

Wenn zu viel Säurebildner in der Nahrung stecken, reagiert der Körper sauer. Er kann über Nieren, Leber, Darm und Haut nur eine begrenzte Menge der Säuren ausscheiden und so kommt es zu einem Säureüberschuss im Organismus.

Die Säurekristalle lagern sich vorwiegend im Bindegewebe ab, entziehen dem Körper wichtige Mineralstoffe und behindern den Stoffwechsel. Zu den möglichen Folgen gehören offenbar Allergien, unreine Haut, Knochenabbau, Rheuma und Migräne.

Die Säurekristalle lagern sich vorwiegend im Bindegewebe ab, entziehen dem Körper wichtige Mineralstoffe und behindern den Stoffwechsel. Zu den möglichen Folgen gehören offenbar Allergien, unreine Haut, Knochenabbau, Rheuma und Migräne.

Entgiftung mit Schüßler-Salzen

Der Oldenburger Homöopath Dr. Wilhelm Schüßler (1821-1898) entdeckte, dass Krankheiten auch durch einen gestörten Mineralstoffhaushalt entstehen. Er entwickelte zwölf Salze, die die Chemie wieder ins Lot bringen sollen.

Schüßler-Salze sind Mineralstoffe in hoher Verdünnung. Für das Basenfasten eignen sich vier der Salze, die den Entsäuerungsvorgang unterstützen sollen. Genommen werden sie in der Potenz D6, Ausnahme: Silicea in D12. Pro Tag sollten jeweils vor den Mahlzeiten von jedem Salz zwei Tabletten (also insgesamt acht) auf der Zunge zergehen lassen werden.

Das typische Entgiftungsmittel der Schüßler-Salze ist das Salz Nr. 6 Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat). Es kommt in der Haut, den Nägeln, in Muskeln, Knochen und der Leber vor. Dieser hilft es vor allem beim Entgiften, außerdem fördert es den Eiweißstoffwechsel des Körpers.

Obendrein soll Kalium sulfuricum auch bei schwer heilenden Entzündungen sowie bei chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen wirken. Außerdem regt das Salz offenbar eine träge Verdauung an.

Das Hauptentsäuerungsmittel aus der Reihe der Schüßler-Salze ist das Salz Nr. 9 Natrium phosphoricum (Natriumphosphat). Es regt offenbar die Nieren an, Säuren auszuscheiden und soll zudem säurebedingte Erkrankungen wie Rheuma, Sodbrennen und Gicht lindern.

Das Salz kurbelt insgesamt den Stoffwechsel an, hält Säuren und Basen im Körper in einem ausgeglichenen Verhältnis. Außerdem wirkt es angeblich bei Akne, fettiger Haut, Fettverdauungsstörungen und Blähungen.

Die weiteren Salze

Salz Nr. 10 Natrium sulfuricum (Natriumsulfat) wirkt als eine Art Stoffwechsel-Pusher. Es beschleunigt zu langsame Vorgänge und stärkt besonders die Leber und den Gallefluss. Damit fördert es die Entsorgung von Giften und Säuren und lässt angeblich auch noch Pfunde schwinden.

Wer zu Wasseransammlungen im Gesicht und an den Gelenken neigt, sollte ebenfalls zu Natrium sulfuricum greifen. Sogar Antriebsarmut und depressive Verstimmungen sollen sich mit diesem Salz verbessern lassen.

Es eignet sich auch allein zur kurmäßigen Anwendung bei verlangsamten Stoffwechselfunktionen: Drei Wochen lang drei Mal täglich zwei Tabletten (D6) vor dem Essen nehmen. Beim Basenfasten nimmt man es in gleicher Dosierung sieben Tage lang.

Nr. 11 Silicea (Kieselsäure) gilt als das wichtigste Anti-Aging- und Schönheitsmittel unter den Schüßler-Salzen. Es ist ein wesentlicher Bestandteil von Haut, Schleimhaut, Haaren, Nägeln, Knochen und Nerven.

Besonders das Bindegewebe profitiert von Silicea. Es sorgt dafür, dass Stoffwechselgifte und überschüssige Säuren aus dem Bindegewebe gespült und über die Nieren ausgeschieden werden. Darüber hinaus stärkt es die Kollagenfasern, speichert Feuchtigkeit in der Haut, beugt so offenbar Falten und "Hängepartien" an Kinn oder Wangen vor.

Auch bei rauer Haut, brüchigen Nägeln oder stumpfen Haaren ist Silicea das geeignete Mittel. Fehlt dem Körper das Salz, erkennt man dies an Erschöpfung, schlechter Kondition, Hautentzündungen, vorzeitiger Hautalterung, Geschwüren in der Mundschleimhaut und entzündlichen Augenlidern.

Tipps fürs Basenfasten

Die richtige Motivation ist Voraussetzung für eine Fastenkur mit Schüßler-Salzen. Bevor die Kur beginnt, sollte eine Darmreinigung durchgeführt werden. Die erste Reinigung wird einen Tag vor Beginn der Kur mit Glauber- oder Bittersalz (Apotheke) vorgenommen.

Nach drei Tagen wird diese Prozedur wiederholt, da es sonst zu Verdauungsstörungen kommen kann. Bei empfindlicher Darmschleimhaut sind Einläufe mit körperwarmem Wasser besser. Dafür wird ein spezielles Gerät benötigt, der so genannte Irrigator (Apotheke, ca. 16 Euro), außerdem zwei Liter 37 Grad warmes Wasser.

Viel trinken gehört ebenfalls zu einer Kur dazu. Zwei bis drei Liter stilles Wasser sind ein Muss. Das spült Nieren und Bindegewebe durch. Alternativ kann auch verdünnter Kräutertee (ein Teebeutel auf einen Liter Wasser) getrunken werden.

Heilpflanzentees (z.B. Kamille, Pfefferminze) sollten nicht zum Durststillen genommen werden, da sie Arzneiwirkung haben. Auch Früchte- und Rooibos-Tee sind offenbar nicht zu empfehlen, da sie zu den Säurebildnern zählen.

Die Wirkung der Schüßler-Salze kann offenbar auch durch ein Bad mit basischen Mineralstoffzusätzen unterstützt werden.

  • Bei plötzlichem Heißhunger sollen die Schüßler-Salze Natrium chloratum D6 oder Magnesium phosphoricum D6 (täglich drei Mal zwei Tabletten) hilfreich sein.
  • Sollten nach dem Verzehr von Rohkost Blähungen oder Magenschmerzen auftreten, wird die Einnahme von Silicea D3 empfohlen. Davon zehn Tabletten in heißem Wasser auflösen und ein Mal täglich trinken.
  • Kopfschmerzen treten offenbar häufig bei Fastenkuren auf, so auch beim Basenfasten. Die Ursachen sind angeblich in der Regel harmlos. Als Salze gegen Fasten-Kopfschmerzen werden Natrium sulfuricum D6 oder Magnesium phosphoricum D6 empfohlen. Je zehn Tabletten in einer Tasse heißem Wasser auflösen und langsam trinken.
  • In den ersten Tagen der Fastenkur kann es zu Wasseransammlungen in Fingern, Füßen oder den Gelenken kommen. Das Schüßler-Salz Natrium chloratum D6 reguliert den Wasserhaushalt und soll schnell Abhilfe schaffen. Im Bedarfsfall kann zusätzlich Silicea D12 genommen werden. Von beiden Salzen drei Mal täglich je zwei Tabletten.