Familienplanung und Verhütung

Revolution durch die Pille

Gerade für Frauen hat sich durch die modernen Möglichkeiten der Schwangerschaftsverhütung sehr viel geändert. Sie können unabhängiger und freier planen, berufliche Perspektiven ebenso verwirklichen und gestalten wie Partnerschaft, Familie und Kinderwunsch.

Außerdem ist durch die Pille ein weitgehend angstfreier und unverkrampfter Umgang mit Sexualität möglich. Sexualität lässt sich durch die Verhütungsmethoden von Zeugung und Empfängnis trennen, was zu Zeiten der Großeltern noch nicht der Fall war.

Allerdings ist die Empfängnisverhütung nicht immer unproblematisch. Das zeigt allein schon die Tatsache, dass die Zeit, die eine Frau verhüten will oder in der sie schwanger werden kann, rund 35 Jahre umfasst.

Für Männer ist diese zeugungsfähige Zeit ihres Lebens sogar noch deutlich länger.

Viele Frauen wechseln die Verhütungsmethode im Laufe der Zeit. Die Gründe dafür sind vielfältig: das Alter, die Art der Partnerschaft, die Einstellung zum eigenen Körper wie auch die Sicherheit des Schutzes beeinflussen die Wahl der Methode.

Nichts ist optimal

Leider gibt es keine Verhütungsmethode, die rundum als optimal zu bezeichnen wäre. Das ist wahrscheinlich auch gar nicht möglich, da ein Empfängnisschutz vielfältige Bedingungen zu erfüllen hat.

Die Verhütung sollte absolut sicher und zuverlässig sein, gleichzeitig frei von Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen, man sollte sie nicht sehen, nicht spüren, nicht riechen. Zudem sollte sie leicht zu handhaben sein, sie darf sich beim Sex nicht störend auswirken, sollte billig und sofort in ihrer Wirkung zu unterbrechen sein.

Genauso wenig sind bleibende Folgen für die Fruchtbarkeit erwünscht. Schließlich müsste die Methode für Frauen und Männer gleichermaßen anwendbar sein und auch von Menschen unterschiedlichster Gruppierung, Religion und Kultur akzeptiert werden können.

Erst dann gäbe es das ideale Verhütungsmittel, das es aber in dieser Ausprägung wohl nie geben wird.

Wer auf der Suche nach dem Empfängnisschutz für sich ist, sollte sich klar machen, welche Merkmale, wie z.B. Sicherheit, Anwendbarkeit, Preis, für den individuellen Fall wichtig sind.

Je mehr über die einzelnen Verhütungsmethoden sowie die biologischen Vorgänge bei Mann und Frau und über die Entstehung einer Schwangerschaft bekannt ist, desto besser kann man sich für eine Methode entscheiden.

Der weibliche Zyklus

Der weibliche Zyklus umfasst die Zeit zwischen dem ersten Tag der Regelblutung und dem letzten Tag vor der nächsten Blutung. Die Länge des Zyklus kann von Frau zu Frau, aber auch von Zyklus zu Zyklus etwas unterschiedlich sein.

Jede Frau hat ihren individuellen Rhythmus, der im Mittel zwischen 25 und 32 Tagen liegt. Stress, Krankheiten, Klimaveränderungen, Reisen oder Umweltgifte können jedoch Einfluss auf den Zyklus nehmen.

Ungefähr in der Mitte des Zyklus findet der Eisprung statt, ca. 14 Tage vor dem Beginn der nächsten Regel. Zum Zeitpunkt des Eisprungs ist die Möglichkeit, schwanger zu werden, am größten.

Die Eizelle wandert dann in etwa 4 bis 5 Tagen durch den Eileiter in die Gebärmutter. Auf diesem Weg kann sie von einer Samenzelle befruchtet werden. In der Gebärmutter hat sich gleichzeitig durch das Geschlechtshormon Östrogen eine gut durchblutete, nährstoffreiche Schleimhaut aufgebaut, in der sich das befruchtete Ei einnisten könnte.

Wurde das Ei nicht befruchtet, löst es sich auf und wird bei der folgenden Menstruation mit den oberen Schleimhautschichten der Gebärmutter ausgeschieden.

Der männliche Körper

Im männlichen Hoden werden, veranlasst durch das Geschlechtshormon Testosteron, Samenzellen gebildet. Täglich werden Millionen von Samen produziert und in den Nebenhoden gelagert.

Die Samenbildung ist ein hochkomplizierter Vorgang, der durch Krankheiten, Stress, Nikotin und Umweltgifte gestört werden kann. Bei sexueller Erregung füllen sich die Schwellkörper des Penis mit Blut, der Penis richtet sich auf, wird größer und erigiert. Beim Höhepunkt der sexuellen Erregung, dem Orgasmus, kommt es zum Samenerguss. Dabei werden die Samen durch Muskelkontraktionen mit der Samenflüssigkeit nach außen geschleudert.

Allerdings schafft nur ein geringer Teil der Samen den Weg bis zur Eizelle. Für die Befruchtung reicht jedoch eine einzige Samenzelle aus.

Die Eizelle ist auf ihrem Weg vom Eierstock in die Gebärmutter für etwa 6 bis 24 Stunden befruchtungsfähig. Allerdings können die Samenzellen einige Zeit auf die Eizelle warten, denn sie sind 3 bis 7 Tage in der Gebärmutter und den Eileitern überlebens- und damit auch befruchtungsfähig.

Geplanter Kinderwunsch

Eine Lebensgemeinschaft, in der beide Partner sich gefühlsmäßig, sozial und materiell auf ein Kind einstellen können und wollen, gilt heute als eine wichtige Bedingung dafür, dass Kinder gut versorgt, behütet und unbeschwert aufwachsen können.

Eine ausreichende Verhütung ist allerdings immer notwendig, denn Mädchen können bereits ab ihrem ersten Eisprung an schwanger werden - also noch bevor die erste Menstruation stattgefunden hat.

Auch beim Jungen ist mit dem ersten Samenerguss die Zeugungsfähigkeit vorhanden. Er ist also genau wie seine Partnerin gefordert, schon beim berühmten "ersten Mal" zuverlässig zu verhüten.

Auf der anderen Seite stehen immer mehr Paare, die Nachwuchs fest in ihr Leben eingeplant haben, nun aber vor dem Problem stehen, dass sich das Wunschkind partout nicht einstellt. Nicht selten erleben die Paare die ungewollte Kinderlosigkeit als starke psychische Belastung.

Einen Grund dafür sieht die Wissenschaft in der Verlagerung des Alters der Mutter bei der Geburt. Die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, nimmt nämlich für Frauen ab dem 30. Lebensjahr kontinuierlich ab.