Sport ohne Mord

Verletzungsgefahr beachten!

Besonders wenn man im Winter den Sport vernachlässigt hat und nun "einfach loslegt", ist die Gefahr für Verletzungen groß. Die erste Regel lautet deshalb: Maßvoll beginnen und dann steigern.

Wenn die Muskulatur aus dem Training ist, kann es schnell zu Muskelkater oder gar Muskelfaserrissen kommen. Ein gutes Aufwärmen kann diese Gefahr deutlich reduzieren.

Stürze gehören zu den häufigsten Unfällen beim Sport. Auch hier zählt ein untrainierter Zustand zu den Risikofaktoren, denn Sportarten wie z.B. Inline-Skaten erfordern ein hohes Maß an Koordination und Reaktionsvermögen - auch das kann aus dem Training kommen.

Deshalb empfiehlt sich hier nach einer monatelangen Pause erst einmal ein langsamer Beginn, bis man sich wieder sicher bei allen Bewegungsabläufen fühlt. Auf keinen Fall sollte man ohne empfohlene Schutzausrüstung (z.B. Helm, Hand- und Knieschützer) auf die Piste gehen.

Insbesondere Ballsportarten erfordern oft abrupte Beschleunigungen und Richtungswechsel. Die dabei auftretenden Belastungen der Gelenke können durch stützende Bandagen abgemildert werden.

Wer eine Sportart mit relativ hohem Risiko für Verletzungen betreibt, sollte möglichst immer eine "Sportlerapotheke" in Reichweite haben, abgestimmt auf die typischen Belastungen und Gefahren. Lassen Sie sich dazu bei uns in Ihrer Apotheke beraten.

Muskelkater & Co

Die Ursache des Muskelkaters sind, wie man heute weiß, winzige Risse in den Muskelfasern. Sie treten auf, wenn der Muskel gegen eine Dehnung anarbeitet, z.B. beim Treppenlaufen (vor allem abwärts!) oder langem Joggen.

Um einen mäßigen Muskelkater loszuwerden, sollte man dieselbe Belastung am folgenden Tag wiederholen - aber nur mit halber Intensität. Das führt zu einer erhöhten Durchblutung und damit zu einer beschleunigten Reparatur der Muskelschäden.

Bei stärkeren Schmerzen wird empfohlen, bis zu fünf Tage zu pausieren. Sind die Beschwerden bis dahin nicht weg, sollte man zum Arzt gehen, weil es sich dann um eine Muskelverhärtung, eine Zerrung oder einen Muskelfaserriss handeln kann.

Ansonsten helfen durchblutungsfördernde Maßnahmen, um den Kater aus den Muskeln zu bekommen: Warme Bäder oder leichte(!) Massagen - z.B. mit Franzbranntwein, Arnika- oder Rosmarintinktur - sowie ein Saunabesuch.

Wärmeanwendungen, durchblutungsfördernde Salben und ein gründliches Aufwärmen vor dem Sport können dazu beitragen, einen Muskelkater zu verhindern. Ebenfalls gefürchtet sind Krämpfe. Diese werden meist durch eine Unterversorgung mit Magnesium verursacht.

Vorbeugend wirken Magnesiumpräparate. Lassen Sie sich dazu - sowie zur Versorgung mit anderen wichtigen Vitalstoffen wie Zink, Eisen und L-Carnitin - von uns in Ihrer Apotheke beraten.

Erste Hilfe bei Sportverletzungen

Sportverletzungen im engeren Sinne sind stumpfe Verletzungen, vor allem der Gelenke: Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen und Blutergüsse. Sie ziehen eine Entzündungsreaktion nach sich.

Diese lässt sich durch die schnelle Anwendung der PECH-Regel lindern:

  • Pause: die betroffene Partie ruhigstellen
  • Eis: kühlen mit eisgekühltem Wasser oder einer Kältepackung
  • Compression: einen stützenden Verband gegen die beginnende Schwellung anlegen
  • Hochlagern: über Herzhöhe, damit weniger Blut in die Region strömt.

Moderne Erkenntnisse der Sportmedizin besagen, dass die Kühlung mindestens 20 Minuten dauern und nicht zu stark sein sollte: Sonst kommt es nach dem Ende der Kühlung zu einer Gegenreaktion, bei der sich die betroffene Partie erst recht erwärmt.

Wer sich den Knöchel verstaucht hat, sollte den Schuh auf jeden Fall am Fuß lassen und alles zusammen mit kaltem Wasser übergießen oder in kaltes Wasser tauchen sowie anschließend hochlegen. So wirkt der Schuh gleich als Kompresse.

Wichtig ist es, sofort zu handeln. Experten sagen, dass innerhalb der ersten zehn Minuten nach einer stumpfen Verletzung jede einzelne Minute Verzögerung die Heilung um einen Tag verlängern kann. Das bedeutet: Eiswasser und Verbände müssen beim Sport griffbereit sein!

Die Anwendung PECH-Regel nach einer stumpfen Verletzung ersetzt jedoch nicht den Besuch beim Arzt oder in der Ambulanz. Nur der Mediziner kann sicher feststellen, ob es sich womöglich um einen Bänderriss oder einen Bruch handelt.

Weitere Tipps

Die Schulmedizin empfiehlt nach stumpfen Verletzungen schmerz- und entzündungshemmende Wirkstoffe wie z.B. Diclofenac, Indometacin, Ibuprofen oder Ketoprofen in Form von Salbenverbänden und eventuell in Tablettenform.

Naturheilkundler setzen eher auf Salben mit Arnika, Rosskastanie oder auch homöopathischen Zubereitungen. Von Salben mit Heparin oder Tabletten mit Enzymen verspricht man sich eine schnellere Auflösung von Blutergüssen und Schwellungen.

Verboten sind dagegen durchblutungsfördernde Salben: Sie verstärken die Schwellung und die Entzündung. Solche Präparate sind zur Behandlung von Verspannungen und Muskelkater geeignet.

Bei kleineren Hautverletzungen, z.B. Schürfwunden, reicht oft ein Pflaster aus. Es gibt Pflaster in vielen Varianten für praktisch jede Anforderung. An bewegten Stellen bietet sich z.B. ein Sprühpflaster an.

Wichtig zu wissen: Blutende Wunden reinigen sich selbst, Schürfwunden dagegen nicht. Hier ist bei Schmutz in der Wunde eine vorsichtige Reinigung und Desinfektion (im Zweifel durch den Arzt) nötig.

Ist die Blutung stärker, kann sie durch einen Druckverband gestoppt werden:

  • Eine sterile Wundauflage auf die Stelle legen und mit einem Verband fixieren, dann ein Verbandpäckchen (oder eine Packung Taschentücher) als Druckpolster auflegen und mit einem Verband mäßig fest andrücken.

Lässt sich die Blutung so nicht stillen, soll ein zweiter Druckverband darüber angebracht werden.

Heilsalben, z.B. mit Dexpanthenol, Zink und/oder Silber, können die Wundheilung fördern und die Wahrscheinlichkeit von Entzündungen mindern.