Anmessen von Kompressionsstrümpfen

Die Kompressions-Therapie

Erste Anzeichen von Venenschwäche wie Schweregefühl, Schmerzen und Schwellungen in den Beinen sowie nächtliche Wadenkrämpfe sollten unbedingt ernst genommen werden. Wenn hier rechtzeitig mit einer Behandlung wie der Kompressions-Therapie begonnen wird, können schlimmere Probleme wie Krampfadern, Venenentzündungen, Thrombosen oder offene Beine vermieden werden. Kompressionstherapie bedeutet, Druck von außen auf die Beine auszuüben. Dadurch können Venenprobleme wirkungsvoll bekämpft werden. Die Kompression wirkt mehrfach:

  • Sie unterstützt die natürliche Muskel-Venen-Pumpe.
    Durch den Wechsel von Anspannung und Entspannung der Beinmuskulatur beim Gehen werden die Beinvenen rhythmisch zusammengedrückt und wieder entspannt. Dadurch wird das Blut aus den Beinen gegen die Schwerkraft nach oben zum Herzen getrieben. Durch Druck von außen auf die Beine wird dieser Pumpeffekt gefördert.
  • Sie sorgt für die richtige Funktion der Venenklappen.
    Damit das Blut aus den Beinen aufwärts fließt, gibt es in den Venen spezielle Ventile, die so genannten Venenklappen. Sie lassen das Blut nur nach oben durch und verhindern, dass es während der Entspannungsphasen nach unten zurückfließt. Sind die Venen gedehnt, schließen die Venenklappen nicht mehr richtig. Das Blut staut sich in den Beinen und dehnt die Venen weiter aus. Die Kompression von außen verengt die Venen, so dass die Klappen wieder schließen können.
  • Sie erhöht die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes.
    Wenn die Venen wieder auf ihren normalen Durchmesser zusammengedrückt werden, fließt das Blut schneller. Es kann sich nicht mehr stauen, d.h. die Bildung von Thrombosen (Blutgerinnseln, die die Adern verschließen und zu Lungenembolien führen können) und Ödemen (Wassereinlagerungen) in den Beinen wird gehemmt.

Kompression mit elastischen Binden

Früher wurden zur Kompression elastische Binden verwendet. Allerdings ist dies in mehrfacher Hinsicht problematisch: Zum einen sind dafür spezielle Binden nötig, einfache Elastikbinden sind nicht geeignet. Zum anderen ist die richtige Wickeltechnik entscheidend, damit die Druckverteilung stimmt. Daher sollte die Kompression durch Binden nur von geschulten Fachleuten, nicht jedoch von den Patienten selbst durchgeführt werden.

Einfacher geht´s mit Kompressionsstrümpfen

Stütz- und Kompressionsstrümpfe sind dagegen einfacher anzuwenden und wirkungsvoller, da die richtige Druckverteilung schon "eingebaut" ist.

In Ihrer Apotheke finden Sie eine große Auswahl an medizinischen Strümpfen. Dabei muss zwischen Stützstrümpfen und Kompressionsstrümpfen unterschieden werden.

Stützstrümpfe zur Vorbeugung

Stützstrümpfe sind vor allem geeignet, um erste Beschwerden wie Schweregefühl und Schwellungen zu bekämpfen. Außerdem können sie einer Verschlimmerung der Probleme entgegenwirken.

In Ihrer Apotheke ist eine breite Palette an Stützstrümpfen in Form von Feinstrumpfhosen und Kniestrümpfen mit hoher Fadenstärke oder auch als Baumwollstrümpfe für den Winter erhältlich. Es gibt sie in verschiedenen modischen Farben, und sie sind von herkömmlichen Strümpfen kaum zu unterscheiden.

Kompressionsstrümpfe zur Behandlung

Wenn Ihre Venen bereits erkrankt sind, wird Ihnen der Arzt Kompressionsstrümpfe verschreiben, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Kompressionsstrümpfe üben einen deutlich stärkeren Druck auf die Venen aus als Stützstrümpfe. Es gibt sie in Form von Kniestrümpfen, Halbschenkel- und Schenkelstrümpfen, fußfreien Teilstücken sowie Strumpfhosen. Sie sind in verschiedenen Farben erhältlich.

Anfertigung nach Maß

Kompressionsstrümpfe werden in der Regel maßgefertigt und individuell an den Körper angepasst. Dadurch wird ein Höchstmaß an Wirkung sowie an Bequemlichkeit erreicht. Strümpfe der hohen Kompressionsklassen III und IV werden grundsätzlich nach Maß gefertigt.

Der Service Ihrer Apotheke

Die Mitarbeiter Ihrer Apotheke sind darin geschult, Kompressionsstrümpfe nach den Vorgaben des Arztes anzumessen - selbstverständlich in einem separaten Raum.

Viele Patienten, gerade ältere Menschen, haben Schwierigkeiten, stark wirkende Kompressionsstrümpfe anzuziehen. Sie sollten dies nicht verschweigen. Das Personal Ihrer Apotheke kann Ihnen nämlich auch dabei zur Seite stehen:

  • Sie können unter fachmännischer Anleitung das Anziehen üben.
  • Sie können Anziehhilfen erwerben, die die tägliche Prozedur deutlich einfacher machen.

Ein paar wichtige Tipps:

Rufen Sie rechtzeitig an, bevor Sie zum Anpassen der Strümpfe in Ihre Apotheke gehen. Dann können Sie sicher sein, dass ein Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin für Sie da ist.

  • Die Strümpfe sollten in den Morgenstunden angepasst werden. Tagsüber schwellen die Beine an, was die Maße verfälscht.
  • Sie sollten Ihre medizinischen Strümpfe gleich morgens nach dem Aufstehen anziehen. So geht es am leichtesten, denn die Beine schwellen über Nacht ab.